Zurück zum Blog
Blog/

Wasserführende Kaminöfen: Der Schlüssel zu nachhaltigem Heizen in Bayerns Bauprojekten gemäß den neuen GEG-Vorgaben

Wasserführende Kaminöfen: Der Schlüssel zu nachhaltigem Heizen in Bayerns Bauprojekten gemäß den neuen GEG-Vorgaben

Wasserführende Kaminöfen: Heizen mit Stil und System

Die Energiewende fordert auch im gewerblichen Hochwertsegment neue Lösungen. Wer in München und Umgebung Bürogebäude, Luxuswohnungen oder gemischt genutzte Immobilien entwickelt, sucht nach Wärmequellen, die ökologisch, wirtschaftlich und gestalterisch überzeugen. Wasserführende Kaminöfen bieten hier einen seltenen Dreiklang: sichtbares Feuer als Design-Element, hohe energetische Effizienz dank Anbindung an das Heizsystem und deutliche CO2-Einsparungen. Der Fachbeitrag zeigt, weshalb die Technologie jetzt relevant ist, welche Normen zu beachten sind und wie sich anspruchsvolle Projekte zuverlässig umsetzen lassen.

Warum das Thema jetzt wichtig ist

Mehrere Trends treffen sich zur selben Zeit. Erstens haben die Brennstoffpreise für Gas und Öl seit 2021 stark variiert, was das Interesse an alternativen Quellen erhöht. Zweitens verlangt das Gebäudeenergiegesetz (GEG 2023) einen wachsenden Anteil erneuerbarer Energien, wenn Heizungen neu installiert oder umfassend modernisiert werden. Drittens steigt bei Investoren der Wunsch, Alleinstellungsmerkmale in Immobilien zu integrieren. Ein wasserführender Kaminofen erfüllt alle drei Aspekte: Er nutzt überwiegend nachwachsende Biomasse, reduziert den Primärenergiebedarf und steigert zugleich die Aufenthaltsqualität durch sichtbare Flammen.

Technische Grundlagen und Funktionsweise

Ein wasserführender Kaminofen kombiniert zwei Wärmeabgabesysteme. Der Konvektions- oder Strahlungsanteil beheizt direkt den Raum, in dem der Ofen steht. Gleichzeitig überträgt ein integrierter Wärmetauscher bis zu 80 Prozent der Feuerungswärme an einen Wasserpufferspeicher. Von dort versorgt das Heizwasser das restliche Gebäude oder unterstützt die Warmwasserbereitung. Durch diese hydraulische Einbindung steigt der Nutzungsgrad deutlich gegenüber klassischen Luftkaminöfen.

Aufbau und Komponenten

Zentrales Bauteil ist der wasserumspülte Brennraum. Hochtemperaturfeste Stahl- oder Gussbleche trennen Feuer und Heizwasser. Ein regelbarer Abgasanschluss führt zu einem Schornstein mit ausreichendem Unterdruck. Ein Sicherheitswärmetauscher verhindert Überhitzung und schützt das System. Der Pufferspeicher dient als Temperaturpuffer und ermöglicht Lastverschiebung, sodass Spitzenstunden beim Heizen oder in der Warmwasserbereitung abgedeckt werden. Eine Pumpengruppe mit Rücklaufanhebung sichert, dass das Rücklaufwasser über der Taupunkttemperatur bleibt und Korrosion vermeidet.

Hydraulische Einbindung ins Gebäudenetz

In Gewerbe- und Luxusobjekten werden wasserführende Kaminöfen selten als alleinige Quelle eingesetzt. Häufig bilden sie eine Hybridlösung mit Wärmepumpe, Brennwertgerät oder Fernwärme. Entscheidend ist die hydraulische Trennung durch einen Puffer oder einen Plattenwärmetauscher, damit verschiedene Vorlauftemperaturen parallel laufen können. Bei Niedertemperatursystemen, etwa Flächenheizungen, wird der Holzeinsatz optimal verwertet, da die Rücklauftemperatur niedrig bleibt. Ein externer Temperaturfühler steuert die Ladepumpe, damit keine Energie verloren geht.

Aktuelle Daten, Studien & Regulatorik

Marktvolumen und Effizienzkennzahlen

Das Deutsche Biomasseforschungszentrum beziffert den Bestand wasserführender Einzelraumfeuerungen auf rund 650.000 Anlagen. Jährlich kommen laut HKI Industrieverband Haus, Heiz- und Küchentechnik etwa 40.000 Stück hinzu, Tendenz steigend. Moderne Geräte erreichen in der Praxis Wirkungsgrade zwischen 80 und 88 Prozent nach DIN EN 13240. Durch die Einbindung in ein Zentralheizsystem lassen sich gegenüber konventionellen Luftkaminöfen bis zu 3 t CO2 pro Jahr einsparen, abhängig von Gebäudetyp und Nutzungsprofil.

Normen, Gesetze und Förderprogramme

Planer müssen zuerst die Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (1. BImSchV) beachten. Seit 2022 gelten verschärfte Grenzwerte für Staub (max. 0,04 g/m³) und Kohlenmonoxid (max. 1,25 g/m³). Hersteller legen dafür Prüfzeugnisse vor, die im Projektdossier hinterlegt werden sollten. Das Gebäudeenergiegesetz fordert bei neuen Wärmeerzeugern ab 2024 mindestens 65 Prozent erneuerbare Energie. Ein wasserführender Kaminofen erfüllt dies, wenn er mit Scheitholz oder Holzbriketts betrieben wird und Teil eines Hybridkonzepts ist. Investoren können über das BAFA-Programm „Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG)“ Einzelmaßnahmen fördern lassen. Für Biomasse mit Partikelabscheider beträgt der Zuschuss bis zu 20 Prozent der förderfähigen Kosten, plus 5 Prozent Bonus bei gleichzeitiger Austauschpflicht alter Ölkessel. In Bayern ergänzt das 10.000-Häuser-Programm die Bundesförderung, sofern der Jahresnutzungsgrad nachgewiesen wird.

Praxisnahe Planung und Umsetzungstipps

Lastberechnung und Systemdimensionierung

Vor der Auswahl des Ofens erstellt der Fachplaner eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831. Der wasserführende Kaminofen sollte maximal 40 Prozent der Gesamtlast decken, um saisonale Schwankungen auszugleichen und Betriebszeiten effizient zu halten. Bei Gebäuden mit hoher interner Last, etwa Büroflächen mit Serverraum, kann der Anteil geringer ausfallen. Ein Pufferspeichervolumen von 50–60 Liter pro Kilowatt Leistung hat sich bewährt. Bei 15 kW Nennleistung liegt der Speicher also bei rund 800 Litern.

Materialwahl und Brandschutz

Die Verkleidung bestimmt nicht nur die Optik, sondern hat Einfluss auf das Speicherverhalten. Schamotte oder Speckstein speichern Wärme länger, Stahl bietet schnelle Wärmeabgabe. In Foyers oder Showrooms legen Architekten häufig bodentiefe Sichtscheiben fest, um den Flammenraum von mehreren Seiten sichtbar zu machen. Brandschutzabstände nach DIN 18895 Teil 1 und die Vorgaben der Muster-Feuerungsverordnung (FeuVO) sind einzuhalten. Bei gewerblichen Anlagen prüft oft ein externer Sachverständiger die Einhaltung der Feuerwiderstandsdauer von Wanddurchführungen und Lüftungsgittern.

Projektsteuerung und Qualitätssicherung

Einer der häufigsten Fehler ist die fehlende Abstimmung zwischen Kaminbauer, Heizungsplaner und Elektrogewerk. Frühe BIM-Modelle erleichtern die Koordination. Die Druckprobe der wasserführenden Bauteile erfolgt vor der Verkleidung, um Nacharbeiten zu vermeiden. Bei Übergabe werden Abgaswege, Emissionswerte und hydraulische Einregulierung dokumentiert. Eine Einweisung des Facility-Managements schließt das Projekt ab und minimiert Fehlbedienung.

Nutzenbeispiele aus der Praxis

Repräsentative Unternehmenszentralen

Ein IT-Unternehmen in München-Sendling integrierte 2022 einen 18 kW wasserführenden Kaminofen in die Lobby. Über einen 1.000 Liter Pufferspeicher deckt die Anlage rund 25 Prozent der jährlichen Heizenergie. Die offenen Flammen wirken als Corporate-Wellbeing-Element und unterstützen das Employer Branding. Gleichzeitig sank der Gasverbrauch um 18 MWh pro Jahr.

Luxus-Wohnungen und Private Estates

Bei einer Penthouse-Sanierung im Herzogpark kam ein raumluftunabhängiges Modell mit Dreiseitenscheibe zum Einsatz. Die zentrale Steuerung koppelt den Ofen an eine Sole-Wärmepumpe. So erreicht das Gebäude einen Primärenergiebedarf von nur 38 kWh/(m²a), was die Vermarktung im Premiumsegment spürbar erleichtert.

Sanierung von Bestandsobjekten mit Denkmalschutz

In einem historischen Stadthaus nahe Starnberg erlaubte das Denkmalamt keine Veränderung der Fassade. Der innenliegende Schornstein konnte jedoch ertüchtigt werden. Ein kompakter wasserführender Kaminofen versorgt nun die oberen Etagen und reduziert die Ölkessel-Laufzeit auf Spitzentage. Die Maßnahme senkte die CO2-Bilanz der Immobilie um rund 30 Prozent, ohne den Charakter des Bauwerks zu beeinträchtigen.

Fazit

Wasserführende Kaminöfen verbinden atmosphärisches Feuer mit professioneller Heiztechnik. Sie senken Energiekosten, erfüllen strenge Emissionsvorgaben und werten Objekte ästhetisch auf. Für Investoren und Facility-Manager im Großraum München sind sie daher eine nachhaltige Ergänzung zu bestehenden Wärmeerzeugern. Als Generalunternehmer für schlüsselfertige Sanierungen plant und realisiert BETSA solche Systeme inklusive aller Gewerke – transparent, termintreu und auf Ihren Objektstandard abgestimmt.

Falls Sie eine ausführlichere Beratung oder ein konkretes Angebot wünschen, senden Sie uns eine Anfrage:
👉 Kontaktformular
Oder nutzen Sie unser Anfrageformular:
👉 Zum Angebotsformular

Zurück zum Blog

Kontakt

Bitte zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren! Wir versuchen, immer mit Ihnen in Kontakt zu bleiben und Ihre Anliegen schnellstmöglich zu bearbeiten.

Hauptinfo

Landsberger Straße 394, 81241 München

Folgen Sie uns in den sozialen Medien