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Innenputz modernisieren: Wie neue Technologien und Förderungen die Bauwirtschaft in Bayern revolutionieren

Innenputz modernisieren: Wie neue Technologien und Förderungen die Bauwirtschaft in Bayern revolutionieren

Innenputz modernisieren: Technische und wirtschaftliche Stellschrauben für Gewerbe- und Premiumobjekte in München

Rolle des Innenputzes im nachhaltigen Gebäudebetrieb

In hochpreisigen Gewerbeimmobilien sowie im gehobenen Wohnbau entscheidet der Innenputz heute mit über Energieeffizienz, Raumakustik und Brandschutz. Ein zeitgemäßer Schichtaufbau reguliert Feuchte, verbessert den Schallpegel in Open-Space-Zonen und erfüllt gleichzeitig strengere Brandschutzklassen nach DIN 4102. Vor dem Hintergrund von EU-Taxonomie, ESG-Reporting und Gebäudeenergiegesetz rückt das Gewerk daher in den Fokus von Investoren, Facility-Managern und Behörden im Großraum München.

Marktdaten und regulatorische Rahmenbedingungen

Innenausbau als Kosten- und Werttreiber

Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft flossen 2023 rund 38 % aller gewerblichen Sanierungsetats in den Innenausbau. Davon entfielen etwa 12 % auf Wand- und Deckenoberflächen. Parallel steigen die örtlichen Baupreise seit 2020 um durchschnittlich 9 % pro Jahr. Eine gebündelte Beauftragung von Putz-, Trockenbau- und TGA-Arbeiten reduziert laut Zentralverband Deutsches Baugewerbe die Gesamtkosten im Mittel um 17 % gegenüber einer sequentiellen Vergabe.

Förderlandschaft und Normen

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) berücksichtigt Innenputz als Nebenleistung, sofern er Teil eines energetischen Maßnahmenpakets ist, beispielsweise bei Innendämmung nach DIN 4108-3. In Bayern unterstützt die Landesstiftung denkmalgerechte Putzsanierungen mit Zuschüssen von bis zu 30 % der förderfähigen Summe. Gewerbliche Eigentümer können zudem den KfW-Kredit 263 beanspruchen, wenn ein nachweisbarer CO2-Vorteil entsteht. Voraussetzung ist stets eine fachgerechte Dampfdiffusions- und Wärmebrückenberechnung sowie eine lückenlose Baudokumentation.

Prozesskette von der Bestandsaufnahme bis zur Finanzierung

Diagnose und Materialfestlegung

  • Thermografie und Kapazitiv-Feuchtemessung identifizieren verborgene Durchfeuchtungen.
  • Haftzugtests klären, ob der Altputz tragfähig oder rückbaureif ist.
  • VOC-Analysen sind bei Hallen und Retailflächen sinnvoll, um lösemittelhaltige Altbeschichtungen auszuschließen.

Auf Basis der Ergebnisse entstehen Schichtaufbauten, die sowohl bauphysikalische als auch gestalterische Ziele erfüllen. Häufige Kombinationen sind zweilagige Kalk-Gips-Systeme in Bürogeschossen (Q3–Q4-Oberfläche) oder dreilagige Lehm-Feinputze in Luxuswohnungen mit integrierter Wandheizung.

Kalkulation und steuerliche Aspekte

Die Putzarbeiten lassen sich in gängige Modernisierungsfinanzierungen integrieren. Bei betrieblichen Immobilien greift die lineare AfA, während bei denkmalgeschützten Objekten eine Sonder-AfA möglich ist. Zahlungspläne, die Meilensteine an messbare Baufortschritte koppeln, sorgen für Liquiditätssicherheit.

Ausführungsschritte und Qualitätsmanagement

Untergrundvorbereitung nach DIN 18550

Alte Dispersionsfarben werden mittels Strahlen oder Fräsen entfernt, gefolgt von einer mineralischen Haftbrücke. Die erforderliche Dicke beträgt in der Regel 10 mm für Kalk-Zement-Grundputz und 2–3 mm für Edelputzschichten. Bei Leichtputzen mit Faserarmierung sind Zonen höherer Lasten zusätzlich mit systemgeprüften Glasgittergeweben zu bewehren.

Integration technischer Gewerke

Elektro- und TGA-Leitungen werden flächenbündig im Putz geführt, um Wärmebrücken zu reduzieren. Die Bauleitung stimmt Einlegungen digital ab, sodass Kollisionen im BIM-Modell frühzeitig ersichtlich sind.

Mess- und Prüfverfahren

  1. Ebenheitsprüfung gemäß DIN 18202 mittels Laser oder Planholz.
  2. Feuchtemessung vor Beschichtung, um Wartezeiten zu minimieren.
  3. Digitale Oberflächenprotokolle, die automatisch ins BIM-System übertragen werden.

Beispiele aus Münchner Objekten

Büro-Campus

Bei der Sanierung von 3 800 m² Bürofläche in Unterschleißheim ersetzte ein Akustikputz den rissigen Gipsaltputz. Der Nachhallwert wurde um 35 % reduziert; parallel sank der Energiebedarf für Lüftung dank verbesserter Feuchteregulierung.

High-End-Wohnungen

Ein dreischichtiger Lehmputz mit Farbpigmenten in einer Wohnanlage in Grünwald senkte die mittlere Raumluftfeuchte um 6 %. Die Wandheizung konnte mit 2 K niedrigerer Vorlauftemperatur betrieben werden, was die Heizkosten messbar reduzierte.

Retailflächen

Ein Kalk-Marmorputz in einer 1 200 m² großen Verkaufsfläche in der Altstadt erreichte Brandschutzklasse A1 und war nach zwei Tagen polierfähig. Der Betreiber meldete eine verlängerte Aufenthaltsdauer der Kundschaft unmittelbar nach Wiedereröffnung.

Innenputz ist kein reines Sichtgewerk, sondern eine bauphysikalische Schlüsselzone, die bei Sanierungsprojekten frühzeitig und integrativ geplant werden muss.

Risiko- und Schadensprävention

Rissbildung, Schimmel und Ausblühungen zählen zu den häufigsten Mängeln, die nach einer Putzmodernisierung in Gewerbeobjekten auftreten. Ursache ist meist ein falsches Feuchte-Management zwischen Baustelle und Erstbezug. Bewährt hat sich ein zweistufiges Monitoring: Zunächst kontrolliert ein Datenlogger die Luftfeuchte auf Geschossebene, anschließend liefern CM-Messungen stichprobenartig Prüfergebnisse aus dem Putzquerschnitt. Werden Grenzwerte von 1,0 M.-% bei Kalkzement- oder 0,5 M.-% bei Gipsputzen überschritten, muss die Trocknungsphase verlängert werden, um spätere Haftzug- und Schimmelprobleme zu verhindern. Zusätzlich senken Dehnfugen an statisch gefährdeten Achsen die Rissgefahr um durchschnittlich 60 %, wie Laborversuche der Hochschule München belegen.

Bauzeitoptimierung durch Vorfertigung

Auf Terminbaustellen in der Münchner Innenstadt kommen vermehrt werkseitig vorgrundierte Putzträgerplatten zum Einsatz. Die Elemente werden millimetergenau aus dem BIM-Modell abgeleitet, zugeschnitten und erst kurz vor Einbau just-in-time angeliefert. In Kombination mit maschinell applizierten Leichtputzen reduziert sich die Taktzeit im Ausbau um bis zu 25 %, während der Personaleinsatz pro Quadratmeter um rund 15 % sinkt. Der logistische Vorteil zeigt sich vor allem in engen Hofzufahrten, in denen klassische Silotechnik nicht zugelassen ist. Mobile Schalldämpfer an den Fördergeräten sichern die Einhaltung der Münchner Lärmschutzverordnung auch bei Nachtbetonagen.

Lebenszykluskosten und Instandhaltungsstrategien

Die Erstinvestition in hochwertige Innenputzsysteme beträgt laut bayerischem Baukostenindex durchschnittlich 8 % der Gesamtausbaukosten, beeinflusst jedoch bis zu 30 % der über 30-jährigen Betriebskosten. Entscheidend ist die Reinigbarkeit und Reparaturfähigkeit der Oberfläche. Silikatgebundene Feinputze lassen sich trocken sanieren und benötigen bei Einzelreparaturen maximal 0,15 h/m², während Gipsglättputze häufig großflächig überarbeitet werden müssen. Ein digital hinterlegter Wartungsplan mit QR-Codes an den Etagenzugängen erleichtert dem Facility-Management die Lebenszykluskostenanalyse und bildet eine fundierte Grundlage für ESG-Audits.

Nachhaltigkeitskennzahlen und Dokumentation

Für Zertifizierungen nach DGNB oder LEED spielen CO₂-Fußabdruck und Volatille Organic Compounds eine wesentliche Rolle. Bayerische Hersteller liefern inzwischen Umweltproduktdeklarationen (EPD) mit Global-Warming-Potential unter 20 kg CO₂-Äq./m³ Putz. Werden diese EPD-Daten direkt in das Projektdatenmodell importiert, lassen sich GWP-Szenarien in Echtzeit simulieren. Ergänzend verlangt das Bayerische Staatsministerium eine Dokumentation der radioaktiven Aktivität nach Strahlenschutzverordnung, wenn Natursteinmehle eingesetzt werden. Eine lückenlose Protokollierung minimiert spätere Haftungsrisiken bei Gebäudezertifizierungen oder Eigentümerwechseln.

Vergabe- und Vertragsmodelle

In München dominiert weiter die Einzelvergabe mit VOB/C-Einzelleistungsverzeichnis. Immer häufiger wird jedoch ein partnerschaftliches Vergabeverfahren gewählt, bei dem der Putzunternehmer frühzeitig in die Planungsphase integriert wird. Durch gemeinsame Bemusterungen lassen sich Mehrkosten aus späteren Änderungswünschen um bis zu 40 % reduzieren. Für Großprojekte empfiehlt sich ein Bonus-Malus-System, das Qualitätskennwerte wie Ebenheit, Haftzugfestigkeit und Restfeuchte vergütungsrelevant macht. Die Erfahrung zeigt: Eine Bonuskomponente von 2 % des Gewerkbudgets erhöht die Termintreue signifikant, ohne die Kostenstruktur übermäßig zu belasten.

Fachkräftequalifizierung und Arbeitssicherheit

Der Fachkräftemangel trifft das Ausbaugewerk besonders stark. In Kooperation mit der Handwerkskammer für München und Oberbayern bieten größere Betriebe interne Schulungen zu maschinellen Spritzverfahren und BIM-gestützter Dokumentation an. Gleichzeitig reduziert die Einführung von Exoskeletten die körperliche Belastung um bis zu 30 % und senkt nachweislich den Krankenstand. Arbeitssicherheit bleibt ein kritischer Faktor: Eine Staubreduktion unter 1 mg/m³ wird durch Absaugbögen an Spritzmaschinen sowie FFP3-Masken erreicht, was die Einhaltung der TRGS 900 gewährleistet.

Innovative Putzsysteme für Premiumobjekte

Im Luxussegment setzen Architekten zunehmend auf Funktionsputze mit integrierten Phase-Change-Materials (PCM). Die Mikrokapseln nehmen überschüssige Wärme auf und geben sie zeitverzögert ab, was Temperaturspitzen um bis zu 4 K abfedert. Eine andere Entwicklung sind photokatalytische Oberflächen, die durch UV-Licht Stickoxide abbauen und damit die Innenraumluft verbessern. Beide Systeme erfordern eine exakte Schichtdickenkontrolle; Abweichungen von mehr als ±1 mm können die Funktionsfähigkeit erheblich einschränken und sind daher unmittelbar im Bautagebuch zu dokumentieren.

Fazit: Eine fachgerecht geplante und ausgeführte Putzmodernisierung steigert die Energieeffizienz, verbessert die Aufenthaltsqualität und reduziert langfristige Betriebskosten. Entscheider sollten Frühdiagnostik, vorgefertigte Systemlösungen und eine saubere ESG-Dokumentation kombinieren, um technische Risiken zu vermeiden und den Wert ihrer Immobilien in Bayern nachhaltig zu sichern.

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