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Innendämmung statt Außendämmung: Wie Münchens Altbauten mit neuen GEG‑Vorgaben energieeffizient saniert werden können und was das für Bauwirtschaft und Behörden in Bayern bedeutet


Altbau ohne Außendämmung: Innendämmung als technische Option für komplexe Sanierungsvorhaben

Im Großraum München stehen zahlreiche Altbauten vor einem strukturellen Paradigmenwechsel. Steigende Energiekosten, verschärfte regulatorische Anforderungen und ESG-Vorgaben treffen auf Gebäude, deren Hülle ursprünglich nicht für heutige Effizienzstandards konzipiert wurde. Gleichzeitig sind klassische Wärmedämmverbundsysteme an der Außenfassade häufig ausgeschlossen – etwa bei denkmalgeschützten Straßenzügen, Natursteinfassaden, hochwertigen Putzfassaden oder geschlossener Blockrandbebauung. In diesen Konstellationen tritt die Innendämmung im Altbau als technisch anspruchsvolle, aber vielfach notwendige Option in den Vordergrund. Für Eigentümer und Betreiber, die ihr Haus sanieren innen, stellt sich dabei die Frage, welche Dämmung Alternative zur Außendämmung langfristig funktionssicher realisierbar ist, ohne die Bausubstanz zu gefährden.

Relevanz der Innendämmung im Altbau im Kontext von Energie, ESG und Marktanforderungen

Bestandsimmobilien im Münchner Raum werden zunehmend als langfristige Investitionsgüter mit klar definierten Nachhaltigkeitszielen geführt. Energieeffizienz, CO₂-Bilanz und ESG-Konformität beeinflussen Finanzierungskonditionen, Reportings und Marktbewertung. Ein Altbau ohne Außendämmung weist hierbei deutliche Defizite auf, insbesondere in dicht bebauten Innenstadtlagen und hochwertigen Wohn- und Büroensembles. Die Innendämmung im Altbau ermöglicht eine signifikante Senkung des Heizwärmebedarfs, während die städtebauliche Erscheinung und Fassadenstruktur erhalten bleiben.

Parallel verändern sich die Anforderungen der Nutzer. Büroflächen, hochwertige Wohnungen und gewerblich genutzte Einheiten werden an ihrer thermischen Behaglichkeit, Zugfreiheit und Oberflächentemperatur von Außenbauteilen gemessen. Eine planerisch abgestimmte Innendämmung verbessert das Temperaturprofil der Innenoberflächen, reduziert lokale Abkühlung an Außenwänden und senkt damit das Risiko von Oberflächenkondensat und Schimmelbildung. Für Projekte, bei denen ein Haus sanieren innen im Vordergrund steht und eine Außendämmung aus gestalterischen, rechtlichen oder nachbarschaftlichen Gründen entfällt, wird die Innendämmung damit zu einem zentralen Baustein der Sanierungsstrategie.

Hinzu kommen städtebauliche und rechtliche Rahmenbedingungen in Bayern. In Milieuschutz- und Erhaltungssatzungsgebieten, bei Ensembleschutz und Einzeldenkmälern oder in Straßenzügen mit einheitlichem Fassadenbild wird die äußere Hülle als prägendes Element betrachtet. Eine Dämmung Alternative von innen erlaubt es, energetische Sanierungsziele zu erreichen, ohne in dieses Erscheinungsbild einzugreifen. Dies erhält die architektonische Qualität und unterstützt gleichzeitig die konkurrenzfähige Vermietbarkeit im gehobenen Segment.

Aktuelle Kennzahlen, Studienlage und regulatorischer Rahmen

Energetische Wirkung und Lebenszyklusbetrachtung

Auswertungen aus dem deutschsprachigen Raum zeigen, dass Außenwände unsanierter Altbauten typischerweise einen Anteil von etwa 20 bis 35 Prozent an den gesamten Transmissionswärmeverlusten aufweisen. In massiven Ziegel- oder Natursteinbauten, wie sie im Großraum München verbreitet sind, liegt hier ein erhebliches Optimierungspotenzial. Wird ein Haus sanieren innen konsequent auf die Verbesserung der Außenwanddämmung ausgerichtet, können – in ein abgestimmtes Gesamtkonzept aus Gebäudehülle, Lüftung und Anlagentechnik eingebunden – Reduktionen des Heizwärmebedarfs im Bereich von rund 25 bis 40 Prozent erreicht werden.

Für Investoren, institutionelle Eigentümer und Betreiber von Portfolios ist insbesondere die Lebenszyklusperspektive maßgeblich. Eine fachgerecht geplante Innendämmung im Altbau senkt nicht nur die laufenden Energiekosten, sondern kann auch die technische Nutzungsdauer der Bausubstanz verlängern, indem Temperatur- und Feuchtebeanspruchungen an kritischen Bauteilzonen reduziert werden. Verbesserte Energiekennwerte und eine geringere CO₂-Emission gehen in gängige Nachhaltigkeits- und ESG-Ratings ein und beeinflussen so die Positionierung der Immobilie am Markt.

Je höher das Ausstattungs- und Preisniveau, desto ausgeprägter wirken sich thermischer Komfort und Raumklima auf Vermietbarkeit, Leerstandsrisiken und erzielbare Mieten aus. Kalte Wandoberflächen, Zugerscheinungen an Fensterbereichen und starke Temperaturschwankungen beeinträchtigen nachweislich die Aufenthaltsqualität in Büro- und Wohnnutzung. Eine fachlich durchdachte Dämmung Alternative von innen ermöglicht es, Komfortanforderungen zu erfüllen, wenn die Fassade selbst unverändert bleiben muss.

Normen, technische Richtlinien und Förderkulisse

Für Sanierungsprojekte in Deutschland bildet das Gebäudeenergiegesetz (GEG) den zentralen rechtlichen Rahmen. Es legt Anforderungen an die energetische Qualität von Bauteilen und an die Gesamtbilanz von Gebäuden fest. Maßnahmen, mit denen Eigentümer ein Haus sanieren innen, sind insbesondere dann betroffen, wenn größere Teile der Gebäudehülle oder der Anlagentechnik erneuert oder erweitert werden.

Für die Innendämmung im Altbau sind mehrere Normen und Merkblätter relevant. Die DIN 4108 regelt den Mindestwärmeschutz, den sommerlichen Wärmeschutz und energierelevante Baustoffkennwerte und enthält Vorgaben zu Wärmebrücken und Kondensationsvermeidung. Ergänzend geben Technische Merkblätter, beispielsweise aus dem Bereich der Bauwerkserhaltung, Hinweise zur Planung und Ausführung von Innendämmsystemen in historischer Bausubstanz. Typische Inhalte sind:

  • Bewertung des Feuchtehaushalts und der Salzbelastung von Mauerwerk
  • Ansätze zur Berechnung des Feuchteschutzes und hygrothermische Simulation
  • Empfehlungen zu geeigneten kapillaraktiven und diffusionsoffenen Systemen
  • Detailausbildungen zur Minimierung von Wärmebrücken

Die Förderlandschaft umfasst bundesweite Programme für energetische Einzelmaßnahmen und Effizienzhausstandards sowie ergänzende Landes- und Kommunalförderungen. Typische Instrumente sind zinsverbilligte Darlehen mit Tilgungszuschuss und direkte Investitionszuschüsse unter anderem für Wärmedämmung, Fenster und Anlagentechnik. Ob eine Dämmung Alternative zur Außendämmung förderfähig ist, hängt von nachweisbaren U-Werten, der Erfüllung der GEG-Vorgaben und der Feuchtesicherheit des Gesamtkonzepts ab.

Im Raum München kommen lokale Vorgaben hinzu, etwa aus Erhaltungssatzungen, Denkmalschutzauflagen oder integrierten Stadtteil- und Klimaschutzkonzepten. In repräsentativen Straßenzügen und historischen Quartieren ist eine äußere Fassadendämmung häufig baurechtlich eingeschränkt oder untersagt. In solchen Fällen rückt die Innendämmung im Altbau in Verbindung mit einem übergeordneten Konzept, wie sich ein Haus sanieren innen lässt, in den Vordergrund der Planung.

Technische Grundlagen der Innendämmung im Altbau

Bauphysikalische Besonderheiten von Bestandskonstruktionen

Altbauten im Münchner und oberbayerischen Raum weisen eine große Bandbreite an Wandkonstruktionen auf: von Vollziegelmauerwerk über ziegelähnliche Lochsteine bis hin zu Natursteinmauerwerk und Mischkonstruktionen. Diese Bauteile sind oft kapillar aktiv, verfügen über unterschiedliche Rohdichten und speichern Feuchtigkeit in variierendem Umfang. Eine Innendämmung verändert das thermische und hygrische Verhalten dieser Bauteile grundlegend. Die Außenseite der Wand kühlt stärker aus, der Temperaturgradient verschiebt sich, und damit auch die Lage möglicher Taupunkte.

Ohne bauphysikalisch abgesicherte Planung kann es zu Kondensatbildung innerhalb des Wandquerschnitts oder an der Grenzfläche zwischen Mauerwerk und Dämmstoff kommen. Dies erhöht das Risiko von Durchfeuchtung, Salzumlagerung, Frostschäden und mikrobieller Besiedelung. Um eine belastbare Dämmung Alternative zur Außendämmung zu etablieren, ist daher eine strukturierte Bestandsdiagnostik erforderlich. Typische Untersuchungsinhalte sind:

  • Erfassung der Wandaufbauten und Materialqualitäten
  • Bewertung des Feuchtegehalts und der Feuchtequellen (Schlagregen, aufsteigende Feuchte, Nutzung)
  • Analyse der Salzbelastung im Mauerwerk und in Putzschichten
  • Überprüfung des Zustands von Fugen, Putzen und etwaigen Altbeschichtungen

Erst auf dieser Grundlage lassen sich Innendämmsysteme und Schichtaufbauten auswählen, die die vorhandene Bausubstanz nicht zusätzlich belasten, sondern unter den gegebenen Randbedingungen bauphysikalisch stabil betreiben lassen.

Materialgruppen und Systemlösungen für die Innendämmung

Für die Innendämmung im Altbau stehen verschiedene Materialkonzepte zur Verfügung, die sich in ihrem Feuchte- und Wärmespeicherverhalten deutlich unterscheiden:

  • Kapillaraktive Systeme, wie Kalziumsilikatplatten oder spezielle Mineraldämmplatten, können Feuchtigkeit aus der Raumluft aufnehmen, in ihrem Porengefüge zwischenspeichern und wieder an den Raum abgeben. Sie tragen damit zu einem ausgeglichenen Feuchtemanagement bei und bieten Vorteile bei der Schimmelprävention. Diese Systeme werden häufig eingesetzt, wenn ein Haus sanieren innen mit besonderem Fokus auf Oberflächentemperaturen und hygienischer Sicherheit erfolgt.
  • Hochdämmende, nicht kapillaraktive Dämmstoffe, zum Beispiel Mineralwolle oder Hartschaumplatten, ermöglichen niedrige U-Werte bei relativ geringer Schichtdicke. Sie erfordern jedoch eine konsequent geplante Luftdichtheitsebene und in der Regel eine definierte Dampfbremse oder Dampfsperre. Detaillierte Wärmebrückenberechnungen und eine präzise Ausführung der Anschlüsse sind hier unverzichtbar.
  • Naturbasierte Dämmstoffe, wie Holzfaser- oder Zelluloseprodukte, werden als ökologische Dämmung Alternative verstärkt diskutiert. Sie weisen gute Wärmedämmeigenschaften, hohe Wärmespeicherfähigkeit und ein günstiges Feuchteverhalten auf. Ihre Verwendung in Innendämmsystemen setzt jedoch prüfbare Nachweise für Brandschutz, Schallschutz und Feuchtesicherheit in der jeweiligen Konstruktion voraus.

In der Praxis werden bei anspruchsvollen Sanierungen häufig kombinierte Systemaufbauten eingesetzt, etwa die Verbindung kapillaraktiver Schichten mit hochdämmenden Kernlagen oder integrierte Installationsebenen. Die Auswahl und Kombination der Komponenten orientiert sich an den bauphysikalischen Randbedingungen, dem gewünschten U-Wert, dem zur Verfügung stehenden Raum und den Anforderungen an Nutzung und Oberflächengestaltung.

Wärmebrücken, Feuchteschutz und hygrothermische Simulation

Die Behandlung von Wärmebrücken ist bei der Innendämmung im Altbau ein zentraler technischer Aspekt. Typische kritische Stellen sind:

  • Fensterlaibungen und Fensterbrüstungen
  • Anschlüsse an Geschossdecken und Dachschrägen
  • Innenwandanschlüsse an Außenwände
  • Bereiche mit Installationsschächten oder nachträglichen Leitungsführungen

Werden diese Zonen nicht in das Dämmkonzept einbezogen, entstehen lokal niedrige Oberflächentemperaturen mit erhöhter Kondensationsgefahr. Eine Innendämmung im Altbau, die als zuverlässige Dämmung Alternative zur Außendämmung fungieren soll, berücksichtigt daher ergänzende Laibungs- und Deckenranddämmungen, angepasste Detaillösungen und – falls erforderlich – zusätzliche konstruktive Maßnahmen zur Reduktion der Wärmebrückenwirkung.

Gleichzeitig ist der Feuchteschutz entscheidend. Der Feuchteeintrag in die Wandkonstruktion muss begrenzt, die Austrocknung in beide Richtungen berücksichtigt werden. Hierzu werden in hochwertigen Projekten zunehmend hygrothermische Simulationen eingesetzt, bei denen das Langzeitverhalten von Temperatur- und Feuchteprofilen im mehrschichtigen Wandaufbau unter realistischen Klimarandbedingungen untersucht wird. Diese Simulationen ermöglichen es, kritische Bauteilkonstellationen bereits in der Planungsphase zu identifizieren und den Aufbau entsprechend anzupassen.

Planungs-, Umsetzungs- und Organisationsaspekte bei anspruchsvollen Projekten

Strategische Projektplanung und Verknüpfung mit der Gebäudetechnik

Bei größeren Liegenschaften oder Gebäuden mit komplexer Nutzung empfiehlt sich ein strukturiertes Vorgehen, in dessen Rahmen die Innendämmung im Altbau nicht isoliert, sondern als Teil einer übergeordneten Sanierungsstrategie betrachtet wird. Ausgangspunkt bildet in der Regel eine Bestandsanalyse, die Bausubstanz, energetische Kennwerte, technisches Anlageninventar und Nutzungsszenarien zusammenführt. Auf dieser Basis entstehen Stufen- oder Masterpläne, in denen definiert wird, welche Bauteile wann und in welcher Tiefe ertüchtigt werden.

Maßnahmen, mit denen ein Eigentümer ein Haus sanieren innen möchte, stehen in enger Wechselwirkung mit der Fensterplanung, der Wärme- und Kälteerzeugung, der Wärmeverteilung, der Lüftungstechnik und der Gebäudeautomation. Nur in einer abgestimmten Gesamtkonzeption lassen sich Synergien heben und Fehlanpassungen vermeiden, beispielsweise überdimensionierte Anlagentechnik oder unzureichende Feuchteregulierung. Lebenszyklusorientierte Wirtschaftlichkeitsanalysen unterstützen die Bewertung verschiedener Dämm- und Anlagentechnikvarianten.

Besondere Bedeutung kommt in dicht genutzten Immobilien der Organisation von Bauzeiten und eventuellen Nutzungsunterbrechungen zu. Innendämmung kann – im Gegensatz zu großflächigen Fassadensanierungen – häufig abschnitts- oder etappenweise umgesetzt werden. In Bürogebäuden ist beispielsweise eine etagenweise Vorgehensweise üblich, in Wohnanlagen eine Staffelung nach Gebäudeteilen. Eine frühzeitige Bauablaufplanung, abgestimmt mit den Nutzeranforderungen und bestehenden Mietverhältnissen, ist hierfür eine wesentliche Voraussetzung.

Ausführung, Baukoordination und Qualitätssicherung

Die Ausführung von Innendämmsystemen im Altbau erfordert eine hohe Genauigkeit und Erfahrung mit Bestandskonstruktionen. Improvisationen auf der Baustelle führen schnell zu Unterbrechungen der Luftdichtheitsebene, unkontrollierten Feuchtepfaden oder Wärmebrücken. Sämtliche Anschlussdetails, Durchdringungen und Einbausituationen (z. B. Elektro- und Sanitärinstallationen, Befestigungspunkte, Einbauten) sind im Vorfeld planerisch zu erfassen.

Ein Projekt, bei dem ein Haus sanieren innen mit umfangreichen Eingriffen in Oberflächen, Installationen und Ausbau einhergeht, verlangt klare Schnittstellendefinitionen zwischen den Gewerken. Demontage, Schadensbeseitigung, Untergrundvorbereitung, Montage der Innendämmung, luftdichte Anschlüsse und Endausbau müssen aufeinander abgestimmt sein. Dokumentationsunterlagen wie Materialnachweise, Protokolle von Feuchtemessungen oder Luftdichtheitsprüfungen (z. B. Differenzdruckmessungen) dienen als Grundlage für die Qualitätssicherung und die spätere Bewertung des Sanierungserfolgs.

Nach Inbetriebnahme der sanierten Bereiche verändern sich das thermische und hygrische Verhalten der Räume. Steuerungsstrategien von Heizungs-, Kühl- und Lüftungsanlagen sowie das Lüftungsverhalten der Nutzer wirken sich unmittelbar auf das Zusammenspiel von Innendämmung, Raumluft und Außenklima aus. Schulungs- und Informationsformate für Hausmeister, Facility-Management-Teams und – je nach Objekt – für Mieter leisten einen Beitrag dazu, die geplante Dämmung Alternative im laufenden Betrieb entsprechend den bauphysikalischen Annahmen zu nutzen.

Anwendungsszenarien in unterschiedlichen Nutzungskontexten

Bürogebäude, Kanzleien und Unternehmensstandorte

Historische Stadthäuser, Verwaltungsgebäude oder Kanzleistandorte im Zentrum von München unterliegen häufig strengen gestalterischen und denkmalpflegerischen Anforderungen. In diesen Objekten ist eine Außendämmung in vielen Fällen nicht zulässig oder nur in sehr begrenztem Umfang umsetzbar. Die Innendämmung im Altbau bietet hier die Möglichkeit, die energetischen Kennwerte zu verbessern, ohne das Fassadenbild zu verändern. Großzügige, hochräumige Büro- und Konferenzbereiche können dadurch hinsichtlich Oberflächentemperaturen, Zugluft und Behaglichkeit an zeitgemäße Standards herangeführt werden.

Im Rahmen eines umfassenden Projekts, in dem ein komplettes Haus sanieren innen vorgesehen ist, lassen sich Innendämmmaßnahmen häufig mit weiteren baulichen Eingriffen verknüpfen, etwa akustischer Optimierung, integraler Beleuchtungsplanung, moderner IT-Infrastruktur oder bedarfsgerechten Raumklimakonzepten. Die Innendämmung fungiert dabei als eine von mehreren Stellgrößen, um Effizienz, Komfort und repräsentative Anforderungen miteinander in Einklang zu bringen.

Hochwertiger Wohnungsbau, Stadthäuser und Private Estates

Im gehobenen Wohnsegment werden thermische Behaglichkeit und Oberflächentemperaturen der Außenwände von den Nutzern unmittelbar wahrgenommen. Kalt abstrahlende Wandflächen, Zugerscheinungen in Fensternähe und starke Temperaturschwankungen führen zu einer eingeschränkten Nutzung von Raumbereichen, insbesondere in Randzonen. Eine speziell auf den jeweiligen Wandaufbau abgestimmte Innendämmung im Altbau erhöht die Innenoberflächentemperaturen und trägt zu einem gleichmäßigeren Temperaturfeld bei.

In Projekten, bei denen ein Haus sanieren innen mit exklusiven Innenausbauten kombiniert wird, spielen auch gestalterische Aspekte eine wesentliche Rolle. Natursteinbeläge, hochwertige Holzoberflächen oder spezielle Putze und Farbsysteme müssen mit dem gewählten Innendämmsystem kompatibel sein. Aufbauhöhen, Anschlüsse an Fenster- und Türzargen sowie mögliche Bewegungen im Bauteilgefüge sind im Detail zu berücksichtigen, damit die Innendämmung als Dämmung Alternative die energetischen Zielvorgaben erfüllt und gleichzeitig die architektonische Qualität des Innenraums unterstützt.

Gewerbeimmobilien, Handel und Dienstleistungsflächen

Gewerbliche Flächen im Innenstadtbereich – etwa Ladenlokale, Showrooms oder Dienstleistungsbereiche – sind häufig auf flexible Grundrisse, wechselnde Nutzungskonzepte und kurze Umbauzeiten angewiesen. Eine Innendämmung im Altbau kann in solchen Objekten dazu beitragen, eine stabile Grundtemperierung und ein robustes Behaglichkeitsniveau zu gewährleisten, während die raumseitige Gestaltung (Verkleidungen, Präsentationssysteme, Möblierung) ohne Eingriff in die Außenhülle verändert werden kann.

In Vorhaben, bei denen ein Eigentümer ein Haus sanieren innen und gleichzeitig den laufenden Betrieb weitgehend aufrechterhalten möchte, lässt sich die Innendämmung vielfach abschnittsweise realisieren. So können abgeschlossene Teilbereiche temporär außer Betrieb genommen und nach Fertigstellung wieder in die Nutzung zurückgeführt werden. Eine präzise Bauablauf- und Logistikplanung, die sich an Mietvertragslaufzeiten und saisonalen Umsatzschwerpunkten im Einzelhandel orientiert, ist hierfür maßgeblich.

Aus energetischer Sicht unterstützt eine sorgfältig geplante Dämmung Alternative zur Außendämmung die Reduktion von Lastspitzen in Heizungs- und Klimaanlagen und trägt zu besser prognostizierbaren Betriebs- und Nebenkosten bei. Gleichmäßigere Temperaturverläufe in den Zonen mit Kunden- und Mitarbeiteraufenthalt können die Attraktivität der Flächen für langfristige Nutzer stärken.

Bestandsanalyse und Schadensdiagnostik als Grundlage der Innendämmung

Eine belastbare Planung der Innendämmung im Altbau beginnt mit einer systematischen Bestandsaufnahme. Neben den offensichtlichen Kriterien wie Wandstärken, Mauerwerksart und Putzaufbauten sind insbesondere verdeckte Schädigungen und Feuchtepfade zu identifizieren. In der Praxis haben sich abgestufte Untersuchungskonzepte etabliert: Zunächst erfolgt eine visuelle Begehung mit Erfassung von Rissbildern, Putzablösungen, Feuchteflecken und Salzkrusten. Ergänzend kommen zerstörungsarme Messverfahren zum Einsatz, etwa Widerstands- oder kapazitive Feuchtemessungen, Infrarotthermografie zur Identifikation von Wärmebrücken sowie Endoskopie bei Hohlräumen und schwer zugänglichen Bereichen.

Für Gebäude im Großraum München mit hohem Alter und wechselvoller Nutzungsgeschichte sind ergänzende Laboranalysen häufig sinnvoll. Bohrkernentnahmen und Putzproben geben Aufschluss über Rohdichte, Porengefüge, kapillare Leitfähigkeit und Salzbelastung. Gerade bei Natursteinmauerwerk oder Ziegelmischmauerwerk ist es entscheidend zu verstehen, wie schnell eingedrungene Feuchtigkeit transportiert und wieder abgegeben werden kann. Auf dieser Basis lassen sich Aussagen treffen, ob ein kapillaraktives Innendämmsystem die Austrocknung unterstützt oder ob zuvor Entsalzungs- und Instandsetzungsmaßnahmen erforderlich sind.

Neben der Bauteildiagnostik spielt die Nutzung eine maßgebliche Rolle. Raumluftfeuchten, interne Lasten durch Personen, Beleuchtung und Technik sowie Lüftungsgewohnheiten beeinflussen den Feuchtehaushalt an der Innenseite der Außenwand. In Büro- und Verwaltungsgebäuden mit hoher innerer Wärmelast sind andere Randbedingungen zu berücksichtigen als in Wohnungen, Kanzleien oder publikumsintensiven Verkaufsflächen. Eine Innendämmung im Altbau, die ohne diese Informationen konzipiert wird, birgt erhöhte Risiken für Tauwasseranfall und Schimmelbildung.

Vorbereitende Maßnahmen am Mauerwerk und an Innenoberflächen

Bevor eine Dämmung Alternative von innen appliziert wird, sind die bestehenden Putz- und Beschichtungssysteme kritisch zu prüfen. Nicht diffusionsoffene Anstriche, dichte Tapeten oder kunstharzgebundene Putze können den Feuchtehaushalt im Grenzbereich zwischen Innendämmung und Bestandswand negativ beeinflussen. In vielen Fällen ist ein Abtrag bis auf einen tragfähigen, mineralischen Untergrund erforderlich. Risse, Hohllagen und Fehlstellen werden mit geeigneten Mörteln und Putzsystemen geschlossen, um eine homogene Auflagefläche zu schaffen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt Zonen mit erhöhter Durchfeuchtung, beispielsweise im Sockelbereich oder an Wetterseiten. Hier kann es notwendig sein, die Ursache der Feuchtebelastung – etwa defekte Dachentwässerung, mangelhaftes Anschlussblech, beschädigte Fugen oder fehlende Horizontalsperren – vorab zu beseitigen. In tiefer durchfeuchteten Mauerwerken empfiehlt sich häufig ein Sanierputzsystem oder ein temporärer Trocknungsprozess, bevor die eigentliche Innendämmung montiert wird. Ohne diese vorbereitenden Schritte besteht die Gefahr, dass vorhandene Schäden durch die veränderte Temperatur- und Feuchteverteilung verschärft werden.

In hochwertigen Objekten, bei denen ein Haus sanieren innen mit einer umfassenden Erneuerung des Innenausbaus einhergeht, werden Vorleistungen an Elektro- und Sanitärinstallationen häufig parallel zu den vorbereitenden Mauerwerksarbeiten ausgeführt. Leitungsführungen innerhalb der späteren Dämmebene sind sorgfältig zu planen, um Wärmebrücken, Hohlräume und Undichtigkeiten zu vermeiden. Installationszonen können als separate Ebene vor der Innendämmung angeordnet werden, um das Dämmsystem selbst möglichst ungestört und durchdringungsarm zu halten.

Systemwahl: Kriterienkatalog für Planer und Entscheider

Die Entscheidung für ein bestimmtes Innendämmsystem sollte anhand eines strukturierten Kriterienkatalogs erfolgen, der technische, wirtschaftliche und betriebliche Aspekte abdeckt. Zentrale Parameter sind der angestrebte U-Wert, die zur Verfügung stehende Raumtiefe, das Feuchteverhalten des Bestandsmauerwerks und die Anforderungen aus Brandschutz, Schallschutz und Oberflächengestaltung. Für Objekte im Zentrum von München mit hohem Flächenpreis kann beispielsweise eine geringere Dämmstärke mit sehr guten Lambda-Werten wirtschaftlich sinnvoll sein, während in Randlagen mit großzügigeren Grundrissen eine dickere, kapillaraktive Dämmung Vorteile im Feuchtemanagement bietet.

Kapillaraktive Systeme eignen sich insbesondere dann, wenn die Feuchtebelastung moderat ist und die Wandkonstruktion einen gewissen Feuchtetransport zulässt. Sie reduzieren Planungsrisiken, weil auf definierte Dampfsperren häufig verzichtet werden kann und die Konstruktion eine gewisse Pufferwirkung gegenüber Feuchtespitzen besitzt. Nicht kapillaraktive Systeme mit Dampfbremse erfordern dagegen eine sehr sorgfältige Detailplanung, können aber bei begrenzter Raumtiefe und hohen Anforderungen an den Wärmeschutz Vorteile bieten.

Naturbasierte Dämmstoffe werden im Kontext von ESG und nachhaltigem Bauen zunehmend nachgefragt. Für Gebäude, die als langfristige ESG-konforme Investments geführt werden, können Lebenszyklusbetrachtungen einschließlich grauer Energie, Rückbaubarkeit und Recyclingfähigkeit eine wichtige Entscheidungsgrundlage darstellen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass eine ökologische Dämmung Alternative nur dann sinnvoll ist, wenn sie bauphysikalisch schlüssig in den Bestand integriert wird und die erforderlichen Nachweise nach Brandschutz- und Schallschutznormen erfüllt.

Detailausbildung an kritischen Anschlussstellen

Die Qualität einer Innendämmung im Altbau wird maßgeblich an ihren Details entschieden. Besonders anspruchsvoll sind Übergänge zu Fenster- und Türöffnungen. Laibungen müssen wärmetechnisch und feuchteschutztechnisch so gestaltet werden, dass die inneren Oberflächentemperaturen nicht unter die kritischen Grenzwerte fallen. In der Praxis kommen hierfür dünnere Dämmelemente in der Laibung zum Einsatz, ergänzt um angepasste Fensteranschlussprofile und luftdichte Verklebungen. Die Koordination mit einem möglichen Fensteraustausch ist dabei von zentraler Bedeutung.

Anschlüsse an Massivdecken und Dachschrägen erfordern ebenfalls abgestimmte Konzepte. Geschossdecken, die in die Außenwand einbinden, bilden häufig markante Wärmebrücken. Hier kann eine Überdämmung des Deckenrandes oder eine umlaufende Dämmschürze an der Unterseite der Decke erforderlich sein, um Temperaturminimum und Risiko für Oberflächenkondensat zu reduzieren. In Beständen mit Holzbalkendecken sind zusätzlich die Holzbauteile in die feuchteschutztechnische Betrachtung einzubeziehen, um eine unzulässige Anhebung des Holzfeuchtegehalts zu vermeiden.

Innenwandanschlüsse an Außenwände stellen eine weitere Herausforderung dar. Wird nur die Außenwand gedämmt, können die Innenwände als „Kältebrücken“ wirken, an deren Schnittstellen sich niedrigere Temperaturen einstellen. Eine partielle Überdämmung der ersten Zentimeter der Innenwände oder eine umlaufende Dämmebene im Bereich der Raumkante kann hier Abhilfe schaffen. Solche Maßnahmen sind insbesondere in Räumen mit erhöhter Raumluftfeuchte – etwa Sanitärräumen, Umkleiden oder Teeküchen – von Bedeutung.

Luftdichtheit und Feuchteschutzkonzept

Ein konsistentes Luftdichtheitskonzept ist bei jeder Dämmung Alternative von innen unverzichtbar. Unkontrollierte Luftströmungen durch Fugen, Installationsschächte oder Anschlüsse können zu lokalem Tauwasserausfall im Inneren der Konstruktion führen. Bei Systemen mit definierter Dampfbremse oder Dampfsperre ist diese Schicht zugleich die Luftdichtheitsebene und muss lückenlos ausgebildet werden. Verklebungen, Anschlüsse an angrenzende Bauteile und Durchdringungen durch Leitungen sind sorgfältig zu planen und auszuführen.

Kapillaraktive Innendämmsysteme sind zwar toleranter gegenüber kleinen Undichtigkeiten, dennoch profitieren auch sie von einer möglichst luftdichten inneren Schicht. Eine kontrollierte Luftführung, etwa über zentrale oder dezentrale Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, reduziert die ungewollte Infiltration und Exfiltration. In dicht belegten Büro- und Gewerbeflächen im Münchner Raum ist die Kombination aus Lüftungstechnik und Innendämmung ein wesentlicher Faktor für stabile Raumluftfeuchten und hygienisch unbedenkliche Oberflächen.

Das Feuchteschutzkonzept umfasst neben der Begrenzung des Dampfeintrags auch die Sicherstellung ausreichender Austrocknungsmöglichkeiten. Wo die Außenseite des Mauerwerks stark schlagregenbelastet ist, müssen Fassadeninstandsetzung, Fugensanierung oder hydrophobierende Maßnahmen in Erwägung gezogen werden, bevor eine Innendämmung ausgeführt wird. Hygrothermische Simulationen unterstützen die Bewertung solcher Kombinationen und liefern Planern Entscheidungsgrundlagen, ob bestimmte Detailausbildungen unter den klimatischen Randbedingungen in Bayern dauerhaft sicher betrieben werden können.

Integration in Gebäudetechnik und Regelungskonzepte

Maßnahmen, mit denen Eigentümer ein Haus sanieren innen, greifen regelmäßig in die gesamte technische Infrastruktur ein. Durch die Verbesserung des Wärmeschutzes sinken Heizlasten und teilweise auch Kühllasten, was Anpassungen an Erzeugern, Verteilnetzen und Regelungstechnik erforderlich macht. Eine nicht abgestimmte Beibehaltung überdimensionierter Wärmeerzeuger führt zu ineffizienten Teillastbetrieben und kann die angestrebten Einsparpotenziale mindern.

In Büro- und Verwaltungsgebäuden mit komplexen Anlagensystemen lohnt es sich, im Zuge der Innendämmung die hydraulische Weitläufigkeit der Heizkreise, die Regelungszonen und die zeitlichen Betriebsprogramme zu überprüfen. Eine Zonierung nach Nutzungseinheiten und Ausrichtung, die Raumtemperaturprofile und Nutzungszeiten berücksichtigt, trägt dazu bei, die Vorteile der verbesserten Gebäudehülle in messbare Energieeinsparungen zu überführen. Digitale Gebäudeautomation und Monitoringlösungen ermöglichen es, tatsächliche Verbräuche zu erfassen und mit den Planungsannahmen abzugleichen.

In Wohngebäuden und kleineren Gewerbeeinheiten spielt neben der Heiztechnik die Lüftung eine zentrale Rolle. Eine Innendämmung im Altbau verschiebt das Tauwasserverhalten an der Innenoberfläche und erhöht die Sensibilität gegenüber länger anhaltend hoher Raumluftfeuchte. Dezentral oder zentral geführte Lüftungssysteme können hier das Lüftungsverhalten der Nutzer unterstützen und das Risiko von Schimmelbildung deutlich reduzieren. Die Auslegung sollte auf realistische Feuchte- und Lastprofile abgestimmt sein, um einerseits den hygienischen Luftwechsel sicherzustellen und andererseits unnötige Lüftungswärmeverluste zu vermeiden.

Bauablauf, Nutzerkommunikation und Betrieb

In der Umsetzungspraxis stellt sich häufig die Frage, wie eine Innendämmung in laufend genutzten Immobilien umgesetzt werden kann, ohne den Betrieb unzumutbar zu beeinträchtigen. Ein phasenweises Vorgehen nach Nutzungseinheiten, Geschossen oder Gebäudeteilen hat sich bewährt. Dazu müssen Bauzeiten, Lärmemissionen, Staubschutzmaßnahmen und temporäre Verlagerungen von Arbeitsplätzen oder Mietern frühzeitig in einem Bauzeitenplan abgebildet werden. Für Gewerbeflächen mit saisonalen Umsatzspitzen, etwa im Einzelhandel, sind Umsetzungszeiträume mit geringerer Kundenfrequenz zu bevorzugen.

Die Nutzerkommunikation ist ein weiterer Erfolgsfaktor. Mieter, Pächter und interne Nutzergruppen sollten frühzeitig über Umfang, Dauer und Nutzen der geplanten Maßnahmen informiert werden. Transparente Informationen zu zu erwartenden Temperatur- und Komfortverbesserungen, zum Beitrag zur ESG-Strategie des Eigentümers sowie zu möglichen kurzfristigen Einschränkungen stärken die Akzeptanz. Nach Abschluss der Arbeiten sind Einweisungen in die Bedienung neuer Regelungstechnik oder Lüftungssysteme sinnvoll, um Fehlbedienungen und daraus resultierende Feuchteprobleme zu vermeiden.

Im laufenden Betrieb können Nachjustierungen an der Anlagentechnik notwendig sein, sobald erste Erfahrungswerte aus Heiz- und Kühlperioden vorliegen. Ein strukturiertes Monitoring – beispielsweise auf Basis monatlicher Verbrauchsauswertungen und stichprobenartiger Raumklimamessungen – ermöglicht es, Abweichungen frühzeitig zu erkennen. So lassen sich Optimierungspotenziale heben und eventuelle Schwachstellen im Zusammenspiel aus Innendämmung, Nutzung und Technik gezielt nachsteuern.

Risiken, Grenzen und typische Fehlerbilder

Trotz der technischen Möglichkeiten bleibt die Innendämmung im Altbau ein Eingriff mit erhöhtem Planungs- und Ausführungsanspruch. Typische Fehlerbilder treten auf, wenn die Feuchteverhältnisse im Mauerwerk unterschätzt oder Lüftungs- und Nutzungsverhalten nicht hinreichend berücksichtigt wurden. Kondensat an der Grenzfläche zwischen Dämmstoff und Bestandswand, Schimmelbildung in Randzonen und Putzabplatzungen im Außen- oder Innenbereich sind häufige Indikatoren für ein unausgewogenes Feuchtemanagement.

Unvollständige oder unterbrochene Luftdichtheitsebenen können zu Konvektionsströmen führen, die Tauwasser in kritische Bereiche transportieren. Wärmebrücken an nicht oder nur unzureichend gedämmten Anschlussstellen führen lokal zu sehr niedrigen Oberflächentemperaturen, die bei hoher Raumluftfeuchte schnell zu Schimmelbildung führen können. Fehlende oder unpassende Oberflächenbeschichtungen – etwa dichte Dispersionsfarben auf eigentlich diffusionsoffenen Systemen – können die geplante Feuchtepufferung erheblich beeinträchtigen.

Grenzen der Innendämmung ergeben sich insbesondere bei extrem durchfeuchteten oder salzbelasteten Wänden, bei stark schlagregenexponierten Fassaden ohne Sanierungsmöglichkeit sowie bei Konstruktionen mit sensiblen Holzbauteilen, deren Feuchtegehalt sich durch den Eingriff kritisch erhöhen könnte. In solchen Fällen sind alternative oder ergänzende Maßnahmen – wie partielle Außendämmungen in nicht sichtbaren Bereichen, vorgesetzte Fassaden, Klimazonen im Innenraum oder rein anlagentechnische Optimierungen – in die Variantenuntersuchung einzubeziehen.

Wirtschaftlichkeit, ESG-Reporting und Portfoliostrategien

Für institutionelle Eigentümer und Unternehmen mit umfangreichen Immobilienbeständen im Raum München stellt sich die Frage, wie die Innendämmung im Altbau in eine übergeordnete Portfolio- und ESG-Strategie eingebunden werden kann. Wirtschaftlichkeitsberechnungen sollten neben Investitionskosten und Einsparungen bei den Energiekosten auch Instandhaltungseffekte, Leerstandsrisiken, Mietentwicklung und mögliche Veränderungen der Finanzierungskonditionen berücksichtigen. Gerade in ESG-orientierten Finanzierungen kann eine verbesserte Energieeffizienz zu besseren Kreditkonditionen beitragen.

In der Portfoliobetrachtung ist es sinnvoll, Objekte nach Sanierungstiefe, denkmalpflegerischen Restriktionen und Nutzungskonzepten zu clustern. Gebäude, bei denen eine Außendämmung ausgeschlossen ist, bilden eine eigene Kategorie, für die die Innendämmung als zentrale Dämmung Alternative herangezogen wird. Durch standardisierte Planungsprozesse und wiederkehrende Systemlösungen lassen sich Skaleneffekte erzielen, ohne die objektspezifische Bauphysik zu vernachlässigen.

Im ESG-Reporting sind nachvollziehbare Kennzahlen entscheidend. Dokumentierte U-Wert-Verbesserungen, Wärmebrückenberechnungen, Ergebnisse von Luftdichtheitsprüfungen sowie gemessene Verbrauchsdaten nach der Sanierung liefern belastbare Datenpunkte. Sie ermöglichen es, Fortschritte bei Energieeffizienz und CO₂-Bilanz gegenüber Investoren, Banken und Aufsichtsgremien transparent darzustellen und den Beitrag der Innendämmung zum Gesamtpfad der Dekarbonisierung zu quantifizieren.

Besondere Anforderungen im bayerischen und münchnerischen Kontext

Die klimatischen Bedingungen in Bayern mit teilweise hohen Temperaturdifferenzen zwischen Winter und Sommer, häufigen Schlagregenereignissen und intensiver Sonneneinstrahlung stellen besondere Anforderungen an das hygrothermische Verhalten von Außenwänden. Innendämmungen müssen sowohl winterlichen als auch sommerlichen Feuchtetransport berücksichtigen. In dicht bebauten Straßenzügen Münchens kommen verschattete Fassadenbereiche und begrenzte Abtrocknung durch fehlende Luftbewegung hinzu, was eine sorgfältige Fassaden- und Fugensanierung vor Innendämmmaßnahmen umso wichtiger macht.

Baurechtliche Besonderheiten ergeben sich aus der Bayerischen Bauordnung, kommunalen Erhaltungssatzungen und denkmalrechtlichen Vorgaben. In Ensembleschutzgebieten ist die Wahrung des Straßenbildes von hoher Priorität, was die Innendämmung in vielen Fällen zur einzigen realistischen Option einer energetischen Ertüchtigung der Außenwände macht. Gleichzeitig sind brandschutzrechtliche Anforderungen – etwa an das Brandverhalten der Dämmstoffe, die Ausbildung von Brandabschnitten und Rettungswegen – konsequent umzusetzen. Dies gilt insbesondere für Nutzungen mit hoher Personendichte, wie Bürogebäude, Bildungseinrichtungen oder publikumsintensive Gewerbeflächen.

Die spezifische Struktur des Münchner Immobilienmarktes mit hohen Grundstückspreisen, geringer Leerstandsquote und starkem Wettbewerbsdruck im hochwertigen Segment führt dazu, dass thermischer Komfort, Energiekennwerte und ESG-Konformität wesentliche Differenzierungsmerkmale darstellen. Eigentümer, die ihr Haus sanieren innen und dabei eine professionell geplante Innendämmung einsetzen, können ihre Objekte langfristig im oberen Marktsegment positionieren und regulatorische Anforderungen vorausschauend erfüllen.

Fazit: Innendämmung im Altbau als planungsintensive, aber strategisch wirkungsvolle Option
Innendämmung im Altbau bietet für Gebäude im Großraum München eine technisch anspruchsvolle, zugleich aber oft alternativlose Möglichkeit, energetische Defizite zu reduzieren, ESG-Ziele zu erreichen und Nutzungsqualität zu steigern, ohne in die schützenswerte Außenfassade einzugreifen. Entscheidend für den Erfolg sind eine umfassende Bestandsdiagnostik, eine an den Wandaufbau und die Nutzung angepasste Systemwahl, eine sorgfältige Detailplanung zu Wärmebrücken, Luftdichtheit und Feuchteschutz sowie eine präzise Baukoordination. Firmenkunden sollten frühzeitig ein interdisziplinäres Planungsteam aus Architektur, Bauphysik und TGA einbinden, Varianten mit und ohne Innendämmung wirtschaftlich und bauphysikalisch vergleichen und die Innendämmung konsequent in ihre Portfolio- und ESG-Strategie integrieren. Wo Außendämmung aus rechtlichen oder gestalterischen Gründen keine Option ist, stellt eine professionell geplante Innendämmung eine tragfähige Antwort auf steigende Energiepreise, verschärfte regulatorische Anforderungen und hohe Komfortansprüche der Nutzer dar.

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