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Holz als Schlüsselressource: Wie die neue bayerische Bauordnung und Förderprogramme die Sanierung von Immobilien revolutionieren

Holz als Schlüsselressource: Wie die neue bayerische Bauordnung und Förderprogramme die Sanierung von Immobilien revolutionieren

Holz als Baustoff in der bayerischen Sanierung: Chancen, Anforderungen und Best Practices

Der Baustoff Holz erlebt in Bayern eine starke Renaissance. Unternehmen, Investoren und Facility-Manager suchen nach Lösungen, die Energie sparen, CO₂ binden und gleich­zeitig einen hochwertigen architektonischen Eindruck hinterlassen. Gerade im Großraum München, wo Baugrund teuer und Bestandsgebäude wertvoll sind, bietet die Holzsanierung einen attraktiven Hebel, um Immobilien langfristig wettbewerbsfähig zu halten. Dieser Fachbeitrag zeigt, warum Holz in der Sanierung von Gewerbeimmobilien und Luxus-Objekten immer wichtiger wird, welche Regularien gelten und wie sich Projekte praxisnah umsetzen lassen.

Warum das Thema jetzt wichtig ist

Die EU-Taxonomie, das deutsche Gebäudeenergiegesetz und das steigende Klimabewusstsein erhöhen den Druck auf Bestandshalter. Gleichzeitig steigen die Preise für Stahl und Beton, während regionale Sägewerke konstante Lieferketten bieten. Holz überzeugt mit kurzer Bauzeit dank Vorfertigung, geringem Eigengewicht und einer positiven CO₂-Bilanz. In einer Region wie Oberbayern, die über jahrhunderte­lange Holzbau­tradition verfügt, ist der Werkstoff schnell verfügbar und in Handwerker­netzwerken verankert. Für anspruchsvolle Immobilienprojekte ergibt sich so ein wirtschaftlicher, ökologischer und gestalterischer Dreiklang, der den Immobilienwert nachhaltig steigert.

Aktuelle Daten, Studien & Regulatorik

Branchenkennzahlen

Laut einer Studie des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr ist der Marktanteil des Holzbaus am gesamten Hochbau im Freistaat in den letzten fünf Jahren von 17 % auf über 23 % gestiegen. Im Segment Nicht­wohngebäude liegt der Zuwachs sogar bei 30 %. Gleichzeitig zeigen Zahlen des Ifo-Instituts, dass vorgefertigte Holz­elemente die Bauzeit um bis zu 25 % verkürzen können. Für Investoren sinken damit Bauzinsen und Interims­finanzierungen.

Förderprogramme & Gesetze

Auf Bundesebene greift seit 2023 die Bundes­förderung für effiziente Gebäude (BEG). Sie honoriert nachwach­sende Rohstoffe in der Sanierung mit Tilgungszuschüssen von bis zu 5 % der förder­fähigen Kosten. In Bayern ergänzt das Programm „Holz-Innovativ“ bis zu 200 000 € Zuschuss für Forschungs- und Pilotanwendungen in Gewerbeimmobilien. Die Bayerische Bauordnung (BayBO) hat 2021 den sogenannten „Verbrennungsschutz­effekt“ von Holz neu bewertet und erlaubt nun Holzkonstruktionen sogar in Gebäudeklasse 4, sofern der Brandschutz nachgewiesen ist. Insgesamt sorgen diese Rahmenbedingungen dafür, dass Holzsanierungen planbar und förder­fähig sind.

Materialtechnische Grundlagen von Holz

Tragende Bauteile und Hybridkonstruktionen

Ingenieurholz wie Brettsperrholz (BSP) und Brettschichtholz (BSH) ermöglicht Spannweiten von zwölf Metern ohne Stützen. Kombiniert man Holz mit Stahl oder Beton, entstehen hybride Deckensysteme, die hohe Lasten aufnehmen. Dadurch lassen sich bestehende Betonskelette aufstocken oder Dach­geschosse ausbauen, ohne die Statik grundlegend zu verändern. Für Facility-Manager bedeutet das weniger Eingriffe in den laufenden Betrieb.

Holz als Dämmstoff

Holzfaser-Dämmplatten, Einblas-Holzwolle und Zellulose gehören zu den beliebtesten nachwach­senden Dämmstoffen. Ihr Lambda-Wert liegt zwischen 0,036 und 0,044 W/(m·K); das bedeutet nur geringe Unterschiede zu Mineraldämm­stoffen, jedoch ein deutlich besseres Feuchte­management. Die hygroskopischen Eigenschaften verhindern Schimmel und sichern langfristig ein gesundes Raumklima – ein wichtiger Punkt für High-End-Büros oder Luxuswohnungen.

Brandschutz und Akustik

Holz verkohlt oberflächlich und bildet eine isolierende Schicht. Dadurch behält es länger seine Tragfähigkeit, als viele Entscheider vermuten. Mit beplankten Holzrahmen­bauwänden oder Brandschutz­beschichtungen erreicht man Feuer­widerstands­klassen bis F 90. Akustisch lässt sich Holz durch Masse-Feder-Systeme oder sichtbare Lamellen optimieren, was es für Konferenz­räume, Open-Space-Offices und Verkaufsflächen gleichermaßen attraktiv macht.

Planung, Finanzierung und Bauausführung

Bauphysik und Energieeffizienz

Schon in der Vorplanung sollte ein Energie- und Feuchte­technik­nachweis nach DIN 4108-3 erstellt werden. BIM-basierte Simu­lationen berücksichtigen Wärmebrücken und Feuchte­durchdringung, was spätere Sanierungs­kosten minimiert. Holz schluckt CO₂: Jeder Kubikmeter speichert etwa eine Tonne des Treibhausgases. Dieser Effekt fließt zunehmend in ESG-Reporting und Green-Bond-Ratings ein und verbessert damit die Finanzierbarkeit größerer Sanierungspakete.

Digitale Vorplanung und Vorfertigung

Mit Building Information Modeling (BIM) lassen sich Holzmodule millimetergenau im Werk vorfertigen. Dadurch reduzieren sich Baustellen­emissionen und Lärm – ein Vorteil in dicht bebauten Münchner Quartieren. Zudem können Haustechnik­komponenten, etwa Lüftungs­kanäle oder PV-Leitungstrassen, schon in die Holzbauteile integriert werden. Der kooperative Ansatz minimiert Kollisionen zwischen Gewerken.

Bauleitung und Qualitätskontrolle

Auf der Baustelle erfordern Holz­elemente trockene Lagerung und präzise Kraneinsätze. Eine lückenlose Feuchte­messung mit RFID-Chips dokumentiert den Zustand jedes Bauteils und erfüllt so die Anforderungen von Versicherern. Bei Luxusobjekten legen Bauherren zudem Wert auf sichtbare Holzoberflächen. Hier empfiehlt sich eine UV-beständige Oberflächen­behandlung, um Farbveränderungen zu kontrollieren.

Praxisbeispiele aus drei Segmenten

Bürogebäude & Unternehmenszentralen

Ein Münchner Technologie­unternehmen modernisierte sein 4-geschossiges Bestands­gebäude aus den 1980ern. Durch Holz-Hybrid-Decken konnte das Dachgeschoss in Leichtbau erweitert werden. Ergebnis: 800 m² zusätzliche Bürofläche, 18 % Energie­einsparung und eine ESG-Konformität, die zwei Rating-Stufen besser ausfiel. Die Bauzeit verkürzte sich um vier Wochen gegenüber der ursprünglich geplanten Massivbau­lösung.

Luxuswohnungen & Private Estates

In Grünwald wurde eine Villa aus den 1960ern kernsaniert. Sichtbare BSP-Wände schaffen nun einen zeitlosen Loft-Charakter. Holzfaser­einblas­dämmung in der Fassade sorgte für eine Senkung des Heizwärme­bedarfs um 42 %. Ein integriertes Smart-Home-System überwacht Temperatur und Feuchte in Echtzeit. Der Eigentümer hob den Marktwert um rund 25 %, ohne die historische äußere Anmutung zu verlieren.

Gewerbe- und Einzelhandelsflächen

Ein Retail-Betreiber im Landkreis Ebersberg tauschte eine schlecht gedämmte Flachdach­konstruktion gegen vorgefertigte Holzpaneele mit integrierter Solar­verschattung. Die Montage erfolgte über Nacht, der Verkauf lief am Folgetag weiter. Der Primärenergie­bedarf sank um 30 %, die Aufenthalts­qualität stieg messbar. Die Einsparungen rechtfertigten eine Mietanpassung, die sich innerhalb von drei Jahren amortisierte.

Fazit

Holz vereint Ökologie, Wirtschaftlichkeit und Design auf überzeugende Weise. In der bayerischen Sanierung erlaubt es kurze Bauzeiten, schlanke Konstruktionen und einen messbaren ESG-Mehrwert. Gleichzeitig stehen stabile Lieferketten und ein ausgefeilter Rechtsrahmen bereit. Für Entscheider im Großraum München heißt das: Wer jetzt auf Holz setzt, positioniert seine Immobilie zukunfts­fest und verbessert die Rendite. BETSA.de kombiniert regionale Handwerks­partner, digitale Planung und schlüsselfertige Umsetzung, um Holzprojekte zuverlässig und termintreu zu realisieren.

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