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Schimmelbildung im Winter verhindern: Bauwirtschaft in Bayern setzt auf neue Strategien für Gewerbeimmobilien und hochwertige Wohnobjekte im Großraum München


Schimmelbildung im Winter verhindern: Strategien für Gewerbeimmobilien und hochwertige Wohnobjekte

Schimmelbildung im Winter ist im gewerblichen und hochwertigen Wohnungsbau ein technisches und wirtschaftliches Thema. Für Eigentümer, Betreiber und Planer im Großraum München geht es um die dauerhafte Werthaltigkeit von Immobilien, um den Gesundheitsschutz der Nutzenden und um kalkulierbare Betriebskosten. Mit den regional typischen Witterungsbedingungen – längere Kältephasen, wechselnde Luftfeuchtigkeit und teilweise starke Temperaturwechsel – rücken bauphysikalisch stimmige Konzepte zur Vermeidung von Schimmelbildung im Winter in den Vordergrund.

Energetisch optimierte Gebäudehüllen, hohe Luftdichtheitsanforderungen und komplexe Haustechnik verändern den Feuchtehaushalt in Gewerbeimmobilien und hochwertigen Wohnobjekten. Ohne abgestimmtes Zusammenspiel von Dämmung, Luftdichtheit, Heizung und Lüftung steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich an kritischen Bauteilzonen Schimmel bildet. Relevante Fragen betreffen daher nicht nur die Sanierung vorhandener Schäden, sondern vor allem die systematische Prävention von Schimmelbildung im Winter durch Planung, Ausführung und Betrieb.

Schimmelbildung im Winter als bauphysikalische und betriebswirtschaftliche Aufgabe

In der Heizperiode verschiebt sich das Feuchtegleichgewicht im Gebäude. Außen herrschen niedrige Temperaturen, im Inneren werden beheizte Nutzflächen bereitgestellt, während aus Energiegründen oft weniger gelüftet wird. Das klassische Stoßlüften wird reduziert, Nutzer öffnen Fenster seltener oder nur kurz. Damit erhöht sich die mittlere Luftfeuchtigkeit im Haus, insbesondere in Bereichen mit hoher interner Feuchteproduktion.

Für Gewerbeimmobilien, Praxisgebäude, Hotels und Luxuswohnungen im Raum München ergeben sich daraus mehrere technische und wirtschaftliche Konsequenzen. Schimmelbefall verursacht Instandsetzungskosten, kann zu Nutzungseinschränkungen, Mietminderungen und längeren Leerstandszeiten führen und wirkt sich auf das Image von Objekten aus. Gleichzeitig steigen die Anforderungen aus Energieeinspar- und Klimaschutzvorgaben, sodass bauliche und anlagentechnische Maßnahmen zur Vermeidung von Schimmelbildung im Winter immer im Kontext der Energieeffizienz betrachtet werden.

Die stärkere Dämmung von Dächern, Fassaden und Fenstern führt zu höheren Oberflächentemperaturen und damit grundsätzlich zu einem verbesserten Feuchteschutz. Gleichzeitig nimmt die natürliche Infiltration ab, sodass Feuchtigkeit im Haus länger verbleibt, wenn kein adäquates Lüftungskonzept vorhanden ist. Ungünstig ausgeführte Anschlüsse, punktuelle Wärmebrücken und unzureichend belüftete Zonen werden unter diesen Randbedingungen zu typischen Ausgangspunkten für Schimmelbildung im Winter.

Physikalische Grundlagen: Feuchtigkeit im Haus und Schimmelwachstum

Schimmel auf Innenoberflächen entsteht, wenn drei Bedingungen über einen längeren Zeitraum zusammentreffen: ausreichend Feuchtigkeit, geeignete Temperaturen und Nährstoffe in Form organischer Bestandteile (z. B. Staub, Tapeten, Putzbestandteile). In den meisten Gebäuden sind Temperatur und Nährstoffe vorhanden, sodass die Steuergröße in der Praxis die Feuchtigkeit im Haus ist.

Maßgeblich ist dabei nicht nur die Raumluftfeuchte, sondern vor allem die Feuchteverhältnisse auf und in Bauteiloberflächen. Als kritisch gelten dauerhaft hohe relative Luftfeuchten ab etwa 60 % in der Raumluft, auf Oberflächen steigt das Risiko für Schimmelbildung im Winter deutlich an, wenn dort über längere Zeiträume mehr als etwa 80 % relative Feuchte vorliegen. Dies tritt insbesondere dann auf, wenn Oberflächentemperaturen lokal deutlich unter der Raumlufttemperatur liegen und der Taupunkt unterschritten wird.

Typische Problemzonen sind:

  • Fensternischen und Anschlüsse an Rahmenprofilen
  • Außenecken von Außenwänden und Deckenanschlüssen
  • Rollladenkästen, Sturzbereiche und Laibungszonen
  • Fußpunktanschlüsse von Außenwänden, insbesondere im Sockelbereich
  • kalte Kellerräume, unbeheizte Nebenräume und Bereiche hinter Einbauten

Untersuchungen im deutschsprachigen Raum zeigen, dass ein relevanter Anteil der Bestandsgebäude zumindest zeitweise erhöhte Raumluftfeuchten oder lokale Feuchteschäden aufweist. Besonders betroffen sind Altbauten mit inhomogener Modernisierung, bei denen z. B. Fenster erneuert und gedämmt wurden, ohne die Lüftungsstrategie anzupassen. In solchen Konstellationen ist die Schimmelbildung im Winter häufig die Folge eines verschobenen Gleichgewichts zwischen Wärmeschutz, Luftdichtheit und Feuchtemanagement.

Rolle des Nutzerverhaltens und der Gebäudetechnik

Messprogramme und Monitoringprojekte zeigen, dass das Nutzerverhalten einen erheblichen Einfluss auf das Schimmelrisiko hat. Die Frage, wie in der Heizperiode richtig gelüftet wird, lässt sich in privat genutzten Wohnungen noch vergleichsweise gut kommunizieren, in Gewerbeimmobilien mit wechselnden Nutzern, Schichtbetrieb oder Publikumsverkehr ist dies jedoch nur begrenzt steuerbar.

In Bürogebäuden, Praxen, Hotels oder hochwertigen Wohnanlagen im Großraum München wird deshalb vermehrt auf technische Systeme gesetzt, um Feuchtigkeit im Haus zielgerichtet abzuführen. Dazu gehören insbesondere:

  • zentrale oder dezentrale Lüftungsanlagen mit Feuchterückmeldung
  • Regelstrategien, die Luftmengen an Belegung und interne Lasten koppeln
  • Sensornetzwerke zur Erfassung von Temperatur und relativer Feuchte in kritischen Zonen
  • Gebäudeleittechnik, die Grenzwertüberschreitungen meldet und Gegenmaßnahmen anstößt

Die Haustechnik übernimmt damit zunehmend Aufgaben, die früher dem manuellen Fensteröffnen vorbehalten waren. Richtig lüften im Winter wird zu einer regelungstechnischen Funktion, die auf definierte Sollwerte, Nutzerprofile und betriebliche Randbedingungen reagiert. Gleichzeitig bleibt die bauliche Qualität der Gebäudehülle entscheidend, da Technik allein ungünstige Wärmebrücken oder feuchteempfindliche Konstruktionen nicht kompensieren kann.

Normen, Richtlinien und Förderlandschaft im Kontext Feuchteschutz

Rechtliche und normative Anforderungen

In Deutschland ist der Feuchteschutz über verschiedene Regelwerke abgedeckt. Für den baulichen Wärmeschutz und den Schutz vor Feuchteschäden an Bauteilen ist insbesondere die DIN 4108 relevant. Sie fordert, dass Bauteile und Anschlussdetails so zu planen sind, dass schädliche Durchfeuchtung und Kondensation vermieden werden. Dies umfasst sowohl den winterlichen als auch den sommerlichen Feuchteschutz.

Die DIN 1946-6 regelt Lüftungskonzepte für Wohngebäude und definiert, wann ein lüftungstechnischer Nachweis erforderlich ist. Bei energetischen Sanierungen mit Austausch von Fenstern oder bei Neubauten mit hoher Luftdichtheit ist demnach festzulegen, wie der notwendige Luftwechsel sichergestellt wird. Für Nichtwohngebäude kommen einschlägige Richtlinien der Technischen Gebäudeausrüstung zum Tragen, die Anforderungen an Raumlufttechnik, Luftwechselraten und Feuchteabfuhr formulieren.

Für Betreiber und Eigentümer in Bayern ergibt sich daraus, dass Schimmelbildung im Winter nicht ausschließlich als Nutzungsproblem betrachtet werden kann. Lüftungsstrategien, Luftdichtheitskonzepte und Dämmmaßnahmen sind wesentliche Bestandteile der technischen Planung und unterliegen normativen Mindestanforderungen. Verstöße gegen diese Anforderungen können im Schadensfall haftungsrechtliche Relevanz erlangen.

Förderprogramme und energetische Sanierung

Bundes- und Landesprogramme zur Förderung der energetischen Sanierung adressieren indirekt auch den Feuchteschutz. Gefördert werden u. a. Maßnahmen an der Gebäudehülle, der Heiztechnik sowie Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung. In der Praxis bedeutet dies, dass Investitionen in die Vermeidung von Schimmelbildung im Winter häufig mit Effizienzmaßnahmen verknüpft werden.

Typische förderfähige Bausteine sind beispielsweise:

  • Verbesserung des Wärmeschutzes von Dach, Fassade und Fenstern
  • Optimierung der Luftdichtheit und der Anschlüsse der Gebäudehülle
  • Einbau kontrollierter Wohnraumlüftung oder RLT-Anlagen mit Wärmerückgewinnung
  • Erneuerung oder Anpassung der Heizungsanlage zur gleichmäßigen Temperierung

Für Eigentümer von Gewerbeimmobilien, Luxuswohnungen oder gemischt genutzten Objekten im Raum München entsteht dadurch ein planerischer Anspruch: Energetische Optimierung, Luftdichtheit und Lüftung müssen so aufeinander abgestimmt werden, dass die Feuchtigkeit im Haus nicht unkontrolliert ansteigt. Andernfalls kann es trotz verbesserter Energiebilanz zu vermehrter Schimmelbildung im Winter kommen.

Projektplanung: Schimmelprävention systematisch integrieren

Nutzungsszenarien und Feuchtequellen erfassen

Die Grundlage für Schimmelprävention im Winter ist eine projektspezifische Analyse der Nutzung. Unterschiedliche Gebäudekategorien weisen deutlich verschiedene Feuchte- und Lastprofile auf. In Büroimmobilien dominieren Personenlasten und Geräteabwärme, in medizinischen Einrichtungen kommen hygienische Anforderungen hinzu, in Luxuswohnungen und Private Estates treten zusätzliche Feuchtequellen durch Bäder, Wellness-Bereiche und Küchen auf.

Bereits in frühen Planungsphasen ist zu klären, welche internen Feuchtequellen vorliegen, welche Temperatur- und Komfortanforderungen gelten und mit welchem Belegungsmuster zu rechnen ist. Darauf aufbauend lassen sich Anforderungen an den winterlichen Feuchteschutz, an die Auslegung der Lüftungstechnik und an die Ausbildung der Gebäudehülle ableiten.

Bestandsanalyse und Identifikation kritischer Zonen

Im Bestand empfiehlt sich eine systematische Untersuchung der Gebäudehülle und der Innenräume auf potenzielle Feuchteschwerpunkte. Typische Instrumente sind:

  • Thermografie zur Lokalisierung von Wärmebrücken
  • Feuchtemessungen in Bauteilen und Oberflächen
  • Luftdichtheitsmessungen (Blower-Door) zur Identifikation von Leckagen
  • visuelle Inspektionen von Kellern, Technikräumen und Nebenflächen

Gerade im Münchner Bestand mit unterschiedlichen Baualtersklassen zeigen sich häufig Mischsituationen: einzelne Bauteile wurden saniert, andere sind noch im Ursprungszustand. Diese Heterogenität kann dazu führen, dass Feuchtigkeit im Haus in bestimmten Bereichen konzentriert auftritt, etwa an noch ungedämmten Attiken oder im Übergang zwischen Alt- und Neubau. Für die Vermeidung von Schimmelbildung im Winter ist es daher sinnvoll, kritische Zonen vorab zu identifizieren und in die Detailplanung einzubeziehen.

Finanzierungs- und Maßnahmenplanung

In der Finanzierungsplanung komplexer Objekte werden präventive Feuchteschutzmaßnahmen sinnvollerweise als eigener Maßnahmenblock geführt. Relevante Positionen sind etwa:

  • hochwertige, aufeinander abgestimmte Dämmstoffe und Anschlussdetails
  • luftdichte, gleichzeitig diffusionsgerechte Schichtaufbauten
  • Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung und Feuchteregelung
  • Sensortechnik für ein dauerhaftes Monitoring der Feuchtigkeit im Haus

Für größere Immobilienportfolios oder einzelne komplexe Liegenschaften bietet sich ein gestufter Ansatz an. In einer ersten Stufe werden Bereiche mit akutem Schimmelrisiko oder bestehendem Befall behandelt, in weiteren Stufen folgen energetische Optimierungen sowie die Ergänzung oder Automatisierung der Lüftungstechnik. So lassen sich Investitionsbudgets priorisieren, ohne den bauphysikalischen Gesamtzusammenhang aus den Augen zu verlieren.

Ausführung und Bauleitung: Qualität als Schlüssel zur Schimmelprävention

Luftdichtheit, Wärmebrücken und Detailausbildung

In der Bau- und Sanierungsphase entscheidet die Ausführungsqualität darüber, ob die geplanten Maßnahmen zur Vermeidung von Schimmelbildung im Winter tatsächlich wirksam sind. Bereits geringe Abweichungen von der Planung können dazu führen, dass warme Innenluft in kalte Bauteilschichten eindringt und dort kondensiert. Diese verborgene Feuchtigkeit im Haus bleibt zunächst unbemerkt und kann mittelfristig zu Schimmel oder Bauschäden führen.

Eine aufmerksame Bauleitung fokussiert unter anderem auf:

  • Anschlüsse der Luftdichtheitsebene an Fenster, Türen und Durchdringungen
  • Übergänge zwischen unterschiedlichen Bauteilen (z. B. Wand-Dach, Wand-Decke)
  • Abdichtungen im erdberührten Bereich und im Sockel
  • Einbau von Lüftungskomponenten und deren luftdichte Anbindung an die Hülle

Luftdichtheitstests während der Bauphase ermöglichen es, Leckagen früh zu erkennen und nachzuarbeiten. Ergänzend können punktuelle Oberflächentemperaturmessungen an potenziellen Wärmebrücken zeigen, ob die geplanten Dämmstärken und Details ausreichend sind, um Tauwasserbildung und damit Schimmelbildung im Winter zu vermeiden.

Gebäudebetrieb, Lüftungsstrategien und Nutzerinformation

Nach Abschluss der Bauphase verlagert sich der Schwerpunkt auf den Betrieb der Immobilie. Richtig lüften im Winter wird zu einer betrieblichen Aufgabe, die sich aus dem Zusammenspiel von Technik, Organisation und Nutzerinformation ergibt. In vielen gewerblichen und hochwertigen Wohnobjekten im Großraum München werden heute mechanische Lüftungsanlagen eingesetzt, die Luftqualität und Feuchtehaushalt automatisiert steuern.

Dabei kommen u. a. folgende Ansätze zur Anwendung:

  • bedarfsgerechte Volumenstromregelung in Abhängigkeit von Feuchte, CO₂ oder Belegung
  • Zonierung der Lüftung nach Nutzungsarten (Büros, Besprechungsräume, Sanitärräume, Wellness)
  • Integration der Lüftungsregelung in das Gebäudemanagementsystem
  • klare Betriebsanweisungen für Hausmeister- und Facility-Teams

In Bestandsgebäuden, in denen der Einbau einer zentralen Anlage wirtschaftlich nicht vertretbar ist, kommen dezentrale Lüftungsgeräte, feuchteregulierende Innenputze, kapillaraktive Innendämmsysteme oder kombinierte Lösungen zum Einsatz. Ergänzend kann eine einfache Sensorik, die kritische Feuchtezustände anzeigt, die Nutzer dabei unterstützen, das Feuchteniveau im Haus im vorgesehenen Bereich zu halten.

Anwendungsbeispiele aus unterschiedlichen Gebäudekategorien

Bürogebäude und Unternehmensstandorte

In Bürogebäuden mit moderner Arbeitsorganisation entstehen Feuchtelasten vor allem durch Personen, Geräte und Besprechungsbereiche mit hoher Belegung. Gleichzeitig wird häufig eine dichte Gebäudehülle mit hohem Dämmstandard realisiert, um die Energieverbräuche zu senken. Ohne abgestimmtes Lüftungskonzept kann dies im Winter zu erhöhten relativen Feuchten und lokaler Schimmelbildung führen.

RLT-Anlagen mit Wärmerückgewinnung und bedarfsabhängiger Regelung sind in diesem Segment ein etabliertes Instrument, um Feuchtigkeit im Haus kontrolliert abzuführen. Sensorik in kritischen Bereichen – etwa in Archivräumen, Technikzonen, Untergeschossen oder hinter abgehängten Decken – ermöglicht eine frühzeitige Detektion ungünstiger Feuchtewerte. Bei Sanierungen im Münchner Bestand ist zudem zu berücksichtigen, dass hinter Vorsatzschalen, in Installationsschächten und Kabeltrassen verdeckte Feuchtenester vorhanden sein können, die bei planerischer Vernachlässigung zur Schimmelbildung im Winter beitragen.

Luxuswohnungen und hochwertige Wohnanlagen

In hochwertigen Wohnkonzepten stehen hohe Komfortansprüche, gestalterische Anforderungen und ein stabiles, gesundes Raumklima im Vordergrund. Oberflächenmaterialien wie Naturstein, hochwertige Holzoberflächen oder individuell gestaltete Innenausbauten reagieren empfindlich auf Feuchtigkeit im Haus. Gleichzeitig weisen diese Objekte häufig großflächige Verglasungen, offene Grundrisse und zusätzliche Nutzungen wie Spa-Bereiche, Fitnessräume oder Pools auf.

Für diese Gebäude ist eine vorgezogene bauphysikalische Betrachtung wesentlich. Wärmebrücken sind konsequent zu minimieren, Oberflächentemperaturen sind so zu führen, dass Schimmelbildung im Winter bauphysikalisch weitgehend ausgeschlossen wird. Lüftungskonzepte mit dezentralen oder zentralen Systemen, teilweise kombiniert mit automatisierten Fensterantrieben, sorgen dafür, dass richtig lüften im Winter nicht vom spontanen Nutzerverhalten abhängt, sondern integraler Bestandteil der Gebäudetechnik ist.

In Verbindung mit Flächenheiz- und -kühlsystemen lassen sich so relativ konstante Temperatur- und Feuchteverhältnisse erreichen. Ergänzende Feuchte- und Temperaturüberwachung in sensiblen Bereichen wie Bädern, Wellness- oder Garderobenzonen unterstützt ein langfristig stabiles Raumklima.

Gewerbeflächen und Einzelhandel

Gewerbe- und Einzelhandelsflächen zeichnen sich häufig durch heterogene Nutzungsmuster aus. Hohe Kundenfrequenzen, wechselnde Öffnungszeiten, Wareneingangssituationen mit häufig geöffneten Türen, Kühlmöbel und unterschiedliche Wärmelasten im Verkaufs- und Lagerbereich beeinflussen die Feuchteverteilung. Zusätzlich werden Flächen im Lebenszyklus der Immobilie regelmäßig umgebaut, erweitert oder neu zoniert.

Für die Vermeidung von Schimmelbildung im Winter ist hier nicht nur die Haustechnik selbst, sondern auch die geplante Flächenorganisation von Bedeutung. Luftströmungen, Zuluft- und Abluftanordnung, Abschottungen durch Einbauten sowie die Ausbildung von Decken- und Wandverkleidungen entscheiden darüber, ob Feuchtigkeit im Haus gleichmäßig abgeführt werden kann oder in einzelnen Bereichen akkumuliert.

Besonders sensibel sind Lagerflächen, Anlieferzonen, Kühlräume, Sozialbereiche und Sanitärbereiche. In diesen Zonen können, bei unzureichender Belüftung und Temperierung, innerhalb kurzer Zeit kritische Feuchteverhältnisse entstehen. Technische Überwachungssysteme, die Feuchte- und Temperaturwerte kontinuierlich erfassen, bilden die Grundlage für ein risikoorientiertes Instandhaltungsmanagement und für gezielte Modernisierungsentscheidungen im Bestand.

Hotel- und Boardinghouse-Konzepte

Hotelimmobilien, Serviced Apartments und Boardinghouses im Großraum München vereinen hohe Belegungsdichten mit stark schwankenden Nutzungsprofilen. Gäste wechseln häufig, Bäder werden intensiv genutzt und klimatische Bedingungen variieren je nach Herkunft und Gewohnheiten der Nutzer. Die Schimmelbildung im Winter wird hier durch eine Kombination aus hoher Feuchteproduktion, zeitweise unzureichender Fensterlüftung und stellenweise kühl ausgeführten Bauteilen begünstigt. Kritisch sind insbesondere Bäder ohne Fenster, Flurzonen mit geringer Beheizung, Housekeeping-Lager und Wäschebereiche.

Zur Begrenzung der Feuchtigkeit im Haus sind automatisierte Lüftungsstrategien entscheidend. Abluftsysteme mit Feuchtesteuerung in Bädern und WCs, kombiniert mit kontrollierter Zuluftführung über die Flure oder Fassade, reduzieren Spitzenbelastungen. In hochwertig ausgebauten Zimmern ist darauf zu achten, dass Einbaumöbel, Boxspringbetten und Verkleidungen einen ausreichenden Abstand zu Außenwänden einhalten, um lokale Kälteinseln und Stagnationsluft zu vermeiden. Im Bestand ist es sinnvoll, bei Modernisierungen ein Monitoring ausgewählter Zimmer und Nasszellen vorzuschalten, um Hotspots der Schimmelbildung im Winter zu identifizieren und zielgerichtet zu sanieren.

Praxisgebäude und Gesundheitsimmobilien

Medizinische Versorgungszentren, Praxen und kleinere Kliniken in Bayern stellen besondere Anforderungen an Hygiene und Raumklima. Neben der Feuchtigkeit im Haus spielen hier Luftreinheit und Temperaturstabilität eine zentrale Rolle. Wartebereiche mit hoher Belegung, Untersuchungs- und Behandlungsräume mit wechselnden Luftwechselraten sowie Technikräume mit medizintechnischen Geräten erzeugen ein komplexes Zusammenspiel von Wärmelasten und Feuchteeinträgen. Gleichzeitig sind die Betriebszeiten oft auf werktägliche Nutzung konzentriert, sodass Gebäudeabschnitte am Wochenende oder nachts auskühlen können.

Zur Vermeidung von Schimmelbildung im Winter sind in diesen Objekten klar strukturierte Lüftungs- und Heizkonzepte erforderlich. RLT-Anlagen mit definierter Grundlüftung sichern Mindestluftwechsel auch in nutzungsarmen Zeiten, während bedarfsabhängige Übersteuerungen bei hoher Belegung oder besonderen medizinischen Prozessen zugeschaltet werden. Baulich ist darauf zu achten, dass Installationsschächte, abgehängte Decken und verkleidete Leitungsführungen so geplant und ausgeführt werden, dass keine unkontrollierten Feuchtenester entstehen. Dies gilt insbesondere für Leitungen mit Kondensatbildungspotenzial sowie für Zonen mit höherer Reinigungsintensität, in denen regelmäßig Feuchtigkeit aufgebracht wird.

Technische Instrumente zur Risikoerkennung und Überwachung

Digitale Werkzeuge und vernetzte Sensorik ermöglichen in gewerblichen und hochwertigen Wohnobjekten eine deutlich frühere Erkennung von kritischen Feuchteverhältnissen. Ein auf das Objekt abgestimmtes Monitoringkonzept erfasst dazu Temperatur, relative Luftfeuchtigkeit und bei Bedarf Oberflächentemperaturen an repräsentativen und besonders sensiblen Stellen. In der Praxis haben sich Kombinationen aus Raumklimasensoren, Feuchtefühlern in Bauteilschichten und Datenanbindung an die Gebäudeleittechnik bewährt.

Über Grenzwertdefinitionen lassen sich automatisierte Meldungen generieren, wenn die Feuchtigkeit im Haus über längere Zeiträume erhöht ist oder Oberflächentemperaturen in die Nähe des Taupunkts absinken. In Regionen mit Bayerns Klimaprofil, insbesondere im Großraum München mit kalten Wintern und teils hoher Außenfeuchte, ist eine dynamische Auswertung über die Heizperiode hinweg sinnvoll. So können Betreiber erkennen, ob sich beispielsweise in bestimmten Fassadenorientierungen oder in Teilbereichen mit geänderter Nutzung ein erhöhtes Risiko für Schimmelbildung im Winter entwickelt.

Instandhaltung, Wartung und reaktive Maßnahmen

Ein wirksames Feuchtemanagement endet nicht mit der Inbetriebnahme des Gebäudes. Wiederkehrende Wartung und Instandhaltung sind ausschlaggebend dafür, ob die geplanten Schutzfunktionen dauerhaft erhalten bleiben. Wartungspläne sollten daher explizit Komponenten berücksichtigen, die die Feuchtigkeit im Haus beeinflussen: Lüftungsanlagen, Luftkanäle, Filter, Ventilatoren, Fensterbeschläge, Dichtprofile und Entwässerungen von Flachdächern, Terrassen oder Balkonen.

Im laufenden Betrieb ist es wichtig, Feuchte- oder Schimmelschäden nicht isoliert und rein kosmetisch zu behandeln. Sobald Schimmelbildung im Winter sichtbar wird, ist eine strukturierte Ursachenanalyse erforderlich. Dazu gehören bauphysikalische Betrachtungen der betroffenen Bauteile, Überprüfung der Lüftungs- und Heizungsfunktionen, Kontrolle der Luftdichtheit und gegebenenfalls ergänzende Messungen. Auf dieser Basis sind bauliche Korrekturen, Anpassungen der Anlagentechnik oder organisatorische Änderungen im Gebäude­betrieb einzuleiten. Ein schrittweises Vorgehen mit Priorisierung nach Schadensausmaß und Nutzungsrelevanz sorgt dafür, dass begrenzte Budgets zielgerichtet eingesetzt werden.

Sanierungsstrategien bei bestehender Schimmelproblematik

Bei Bestandsobjekten mit wiederkehrender oder ausgeprägter Schimmelbildung im Winter sind ganzheitliche Sanierungskonzepte erforderlich. Ein rein oberflächlicher Schimmelentferner genügt in der Regel nicht, um die Ursachen langfristig zu beseitigen. Empfehlenswert ist zunächst eine Bestandsaufnahme, bei der Baukonstruktion, Haustechnik und Nutzung gemeinsam betrachtet werden. Dabei können Temperatur- und Feuchtemessreihen über die Heizperiode helfen, typische Lastfälle und Problemzonen zu identifizieren.

Aufbauend darauf werden Sanierungsmaßnahmen gebündelt, etwa die Nachdämmung kritischer Bauteile, Optimierung der Luftdichtheit, Anpassung der Heizflächenverteilung oder der Einbau dezentraler Lüftungsgeräte. In Altbauten spielen Innendämmsysteme eine wichtige Rolle, insbesondere wenn Fassaden aus gestalterischen oder denkmalpflegerischen Gründen nicht von außen gedämmt werden können. Kapillaraktive Innendämmungen mit feuchtepuffernden Eigenschaften können dazu beitragen, die Feuchtigkeit im Haus besser zu verteilen und Kondensatspitzen zu reduzieren – vorausgesetzt, sie werden detailliert geplant und fachgerecht ausgeführt. Ergänzend ist sicherzustellen, dass die Nutzer oder Betreiber des Objekts über das angepasste Lüftungs- und Heizkonzept informiert sind und es im Alltag berücksichtigen.

Spezialfall Tiefgaragen, Keller und Nebenflächen

Untergeschosse, Tiefgaragen und Technikräume sind in vielen Gewerbeimmobilien und Wohnanlagen funktional notwendig, werden aber in der Planung des Feuchteschutzes oft nachrangig behandelt. In der kalten Jahreszeit können Temperaturunterschiede zwischen Parkbereichen, Rampen, Aufzugsschächten und angrenzenden beheizten Zonen zu Lokalkondensation führen. Hinzu kommen Einträge von Feuchtigkeit über eingeschneite oder nasse Fahrzeuge, undichte Fugen oder unzureichend entwässerte Flächen. Wenn diese Feuchtigkeit im Haus nicht ausreichend abgeführt wird, entwickeln sich in Bereichen mit geringem Luftaustausch Schimmel und mikrobieller Bewuchs.

Wirksame Maßnahmen umfassen eine abgestimmte Lüftungsstrategie für Tiefgaragen, die neben Abgasen und CO-Konzentrationen auch die relative Luftfeuchte berücksichtigt. Zeit- oder sensorgesteuerte Ventilatoren, offene Lüftungsquerschnitte in nicht sensiblen Bereichen und eine kontrollierte Temperierung der angrenzenden Räume tragen dazu bei, feuchte Luft abzuführen und Bauteile über Tauwasserniveau zu halten. In Kellern und Nebenräumen ist zu prüfen, ob die dort gelagerten Güter, Raumausbauten oder Verkleidungen die Luftzirkulation an Außenwänden behindern. Ein einfaches, aber wirkungsvolles Prinzip ist, Lagereinrichtungen mit Abstand zu Außenbauteilen zu planen und punktuell Feuchtemessungen durchzuführen.

Planerische Leitlinien für Neubauprojekte in Bayern

Bei Neubauten im gewerblichen und hochwertigen Wohnungsbau bietet sich die Chance, Schimmelbildung im Winter von Beginn an bauphysikalisch auszuschließen oder auf ein tolerierbares Restrisiko zu begrenzen. Zentrale Leitlinien sind eine gleichmäßige Wärmeverteilung ohne ausgeprägte Temperaturminima, eine kontrollierte und auf die Nutzung abgestimmte Lüftung sowie eine robuste Luftdichtheitsschicht. In der Planungspraxis haben sich integrierte Fachplanerrunden bewährt, in denen Architekten, TGA-Planer, Bauphysiker und späterer Betreiber schon in frühen Leistungsphasen gemeinsam an Lösungen arbeiten.

Regionale Rahmenbedingungen des bayerischen Klimas – insbesondere langanhaltende Kälteperioden, Föhnlagen mit schnellen Temperaturwechseln und zeitweise hohe Außenniederschläge – sind in energetischen Simulationen und Feuchteschutzberechnungen abzubilden. Entscheidungshilfen wie hygrothermische Simulationen kritischer Details (z. B. Balkonanschlüsse, Attiken, auskragende Bauteile) liefern Planern verlässliche Aussagen über das Kondensationsrisiko. Auf dieser Basis lassen sich Dämmstärken, Materialaufbauten und Luftführungen der Haustechnik so dimensionieren, dass die Feuchtigkeit im Haus im vorgesehenen Bereich bleibt.

Organisatorische Maßnahmen und Gebäude-Management

Neben der Technik spielt das organisatorische Gebäudemanagement eine wesentliche Rolle. Hausmeister, Facility-Management-Teams und externe Dienstleister müssen in die Strategien zur Vermeidung von Schimmelbildung im Winter eingebunden werden. Schulungen zu Themen wie richtig lüften im Winter, sinnvolle Heizzeiten, Umgang mit Nutzerbeschwerden oder der Interpretation von Feuchte- und Temperaturanzeigen schaffen eine gemeinsame Wissensbasis. In größeren Portfolios empfiehlt es sich, Standards für Inspektionsintervalle, Dokumentation und Eskalationswege bei Verdacht auf Feuchteschäden zu definieren.

Eine klare Verantwortungszuordnung stellt sicher, dass Hinweise auf erhöhte Feuchtigkeit im Haus, Kondensatbildung oder sichtbaren Schimmelbefall nicht im Tagesgeschäft untergehen. Digitale Ticketsysteme, in die Nutzer oder Servicekräfte Beobachtungen einspielen, können mit den Messdaten aus der Gebäudeleittechnik verknüpft werden. So entstehen belastbare Entscheidungsgrundlagen für kurzfristige Eingriffe, beispielsweise vorübergehende Anpassungen der Lüftungs- oder Heizkennlinien, und für langfristige Investitionsentscheidungen im Bestand.

Wirtschaftliche Bewertung und Risikomanagement

Aus Sicht von Investoren und Betreibern stellt sich die Frage, in welchem Umfang Maßnahmen zur Schimmelprävention wirtschaftlich gerechtfertigt sind. Neben den direkten Kosten für Dämmung, Lüftungstechnik und Monitoring sind mittelbare Effekte zu berücksichtigen: Mietausfälle, Imageverluste, Gesundheitsrisiken für Nutzer, bauliche Folgeschäden und Sanierungskosten. In Regionen mit hoher Marktnachfrage wie München kann ein nachweislich gutes Raumklima einen Wettbewerbsvorteil darstellen, etwa durch geringere Reklamationen, höhere Nutzerzufriedenheit und langfristig stabile Belegung.

Ein strukturiertes Risikomanagement bewertet dazu die Eintrittswahrscheinlichkeit und das Schadenspotenzial von Schimmelbildung im Winter in den verschiedenen Gebäudebereichen. Auf dieser Grundlage lassen sich Maßnahmenpakete priorisieren und Budgets planen. Investitionen in eine technisch saubere Lösung für Feuchtigkeit im Haus – inklusive dauerhaft wirksamer Lüftungsstrategie – amortisieren sich häufig durch vermiedene Schäden und einen störungsarmen Betrieb. Insbesondere bei hochwertigen Wohnobjekten, Hotels und Praxisimmobilien, in denen Komfort und Gesundheit wesentliche Vermarktungsargumente sind, lohnt sich eine vorausschauende Betrachtung.

Fazit: Schimmelbildung im Winter lässt sich in Gewerbeimmobilien und hochwertigen Wohnobjekten nachhaltig begrenzen, wenn bauphysikalische Qualität, Gebäudetechnik und Betriebskonzepte aufeinander abgestimmt sind. Entscheidend ist ein systematischer Ansatz: Nutzungsszenarien analysieren, kritische Bauteile und Feuchtequellen identifizieren, bauliche Details wärme- und feuchtetechnisch sicher ausbilden, die Lüftungstechnik konsequent auf die Feuchtigkeit im Haus auslegen und den laufenden Betrieb über Monitoring und klare organisatorische Regeln steuern. Für Firmenkunden im Raum München empfiehlt es sich, Frühphasenberatung, Bauphysik, TGA-Planung und Facility Management frühzeitig zu verzahnen und ein objektbezogenes Maßnahmenpaket zu definieren, das Schimmelrisiken minimiert und gleichzeitig Energieeffizienz und Werterhalt der Immobilie stärkt.

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