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Holzfenster oder Kunststofffenster: So beeinflusst der Energievergleich Ihre Sanierungsprojekte in Bayern und erfüllt die neuen Gesetzesanforderungen

Holzfenster oder Kunststofffenster: So beeinflusst der Energievergleich Ihre Sanierungsprojekte in Bayern und erfüllt die neuen Gesetzesanforderungen

Holzfenster vs. Kunststofffenster: Energievergleich für anspruchsvolle Sanierungsprojekte

Hohe Energiepreise, schärfere Klimaziele und steigende Mieterwartungen zwingen Eigentümer und Betreiber im Großraum München zu klaren Investitionsentscheidungen. Fenster gehören dabei zu den energetischen Schlüsselfaktoren eines Gebäudes. Sie beeinflussen Wärmeverluste, Behaglichkeit und den ökologischen Fußabdruck. Wer heute eine Gewerbeimmobilie, ein Luxusapartment oder einen Bürokomplex modernisiert, steht meist vor einer zentralen Frage: Soll ich auf Holzfenster oder auf Kunststofffenster setzen, wenn der energetische Gesamtnutzen entscheidet? Dieser Beitrag liefert eine fundierte Entscheidungsgrundlage.

Warum das Thema jetzt wichtig ist

Der Gesetzgeber erhöht den Druck. Seit 2024 gilt in Deutschland das novellierte Gebäudeenergiegesetz (GEG). Für Bestands­sanierungen liegt der maximal zulässige Fenster-U-Wert bei 1,3 W/(m²·K). Ab 2026 sind weitere Verschärfungen absehbar, um die EU-Energieeffizienzrichtlinie (EED) umzusetzen. Parallel haben Energieversorger die Arbeitspreise für Wärme im Schnitt um 30 % gegenüber 2021 angehoben. Moderne Fenster senken den Heizwärmebedarf um bis zu 25 % und werden daher zu einem schnellen Hebel, um Betriebskosten zu stabilisieren. Da Fördertöpfe wie die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zeitlich befristet sind, lohnt sich die Entscheidungsfindung jetzt.

Energieeffizienzfaktoren von Fenstersystemen

Der wichtigste Kennwert heißt Uw-Wert und beschreibt den Wärmedurchgangskoeffizienten des kompletten Fensters, also Rahmen, Glas und Abstandhalter. Ein niedriger Wert bedeutet geringere Wärmeverluste. Neben dem Uw-Wert spielen die Luftdichtheit der Dichtungen, der Psi-Wert der Glaskante und die Qualität des Bauanschlusses eine Rolle. Holz- und Kunststofffenster können hier beide sehr gute Werte erreichen, unterscheiden sich jedoch in Details.

Materialeigenschaften von Holz

Massivholz besitzt eine natürliche niedrige Wärmeleitfähigkeit. Ein hochwertiger, mehrschichtiger Holzrahmen erreicht Uf-Werte von etwa 1,2 bis 1,4 W/(m²·K). In Kombination mit einer 3-fach-Verglasung sind Uw-Werte bis 0,78 W/(m²·K) möglich. Das Material speichert Feuchtigkeit, reguliert das Innenraumklima und minimiert Kondensatbildung. Holzrahmen sind statisch sehr steif, was große Elementgrößen begünstigt. Allerdings müssen sie beschichtet oder lasiert werden, um Witterungseinflüsse abzuwehren. Diese Pflegeintervalle liegen im gewerblichen Kontext bei 5 bis 7 Jahren, können aber durch moderne Beschichtungssysteme auf bis zu 10 Jahre verlängert werden.

Materialeigenschaften von Kunststoff (PVC)

Kunststoffrahmen bestehen meist aus PVC mit Mehrkammer­profilen. Eingelagerte Luftzellen wirken als Dämmstoff, sodass Uf-Werte von 1,1 bis 1,3 W/(m²·K) erreichbar sind. Mit 3-fach-Verglasung fallen Uw-Werte von 0,74 bis 0,82 W/(m²·K) an und liegen damit auf Holz-Niveau. Die Oberfläche ist witterungsbeständig und benötigt keine regelmäßige Lasur. Allerdings kann PVC bei großen Formaten durchbiegungs­anfälliger sein; Stahl- oder Glasfaserverstärkungen schaffen hier Abhilfe, erhöhen aber den Wärmeverlust an den Profilkanten. Kritisch wird das Thema Brandschutz in Sonderimmobilien. PVC gilt als normal entflammbar und kann bei hohen Temperaturen Chlorwasserstoff freisetzen. Für Bürogebäude mit hohem Personendurchsatz kann daher eine Brandschutz­verglasung mit Holz- oder Aluminium-Verbund erforderlich sein.

Lebenszyklus und Nachhaltigkeit

Bayern strebt Klimaneutralität bis 2040 an. Bauherren achten daher zunehmend auf den gesamten CO₂-Fußabdruck, nicht nur auf Betriebsemissionen. Eine Ökobilanzierung (Life Cycle Assessment) zeigt, dass Holzrahmen eine bis zu 45 % geringere Primärenergie in Herstellung und Entsorgung benötigen. Das natürliche Material bindet Kohlenstoff über die Nutzungsdauer. Kunststofffenster lassen sich zwar recyceln, doch das Kreislaufsystem steckt in Deutschland noch im Aufbau und deckt aktuell circa 30 % des PVC-Abfalls. Wenn das Projekt auf ESG-Kriterien oder Taxonomie-Konformität angewiesen ist, erhalten Holzfenster oft einen Bonus in der Bewertung.

Aktuelle Daten, Studien und Regulatorik

Branchenkennzahlen

Das Institut für Fenstertechnik Rosenheim (ift) veröffentlichte 2023 eine Marktstudie: Holzfenster erreichen in Deutschland einen Marktanteil von 19 %, Kunststofffenster liegen bei 56 %, der Rest entfällt auf Aluminium und Mischsysteme. Im Premiumsegment, zu dem große Gewerbeprojekte im Münchner Raum zählen, wuchs der Holzanteil um zwei Prozentpunkte. Grund ist die Forderung nach sichtbarer Nachhaltigkeit, vor allem von institutionellen Investoren.

Eine zusätzliche Auswertung der Deutschen Energie-Agentur (dena) zeigt: Bei einer Sanierung von Einfach- auf 3-fach-Verglasung sinkt der spezifische Heizwärmebedarf eines typischen Bürogebäudes aus den 1990er Jahren von 160 auf 120 kWh/(m²·a). Das spart bei einem Preis von 0,12 € pro kWh Fernwärme rund 4,8 €/m² pro Jahr. Auf den Lebenszyklus von 30 Jahren gesehen, refinanziert sich die Maßnahme mehrfach.

Förderprogramme und Gesetze

Die BEG-Förderung unterstützt Fenstertausch mit bis zu 15 % Zuschuss, wenn das Bauteil nach der Sanierung einen Uw-Wert ≤ 0,95 W/(m²·K) aufweist. Beide Fenstertypen erfüllen das Kriterium bei richtiger Auslegung problemlos. Für Nichtwohngebäude lohnt sich das Programm „Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz“ mit Tilgungszuschüssen über die KfW. Anträge setzen einen Energieeffizienz­experten voraus. Das GEG schreibt seit 2023 zudem eine Lüftungs­konzeption bei Fenstertausch vor, um hygienische Luftwechsel zu sichern. BETSA.de integriert diese Planung bereits in der Vorphase, damit Bauherren keine Nachträge riskieren.

Finanzielle Gesamtbetrachtung

Die Anschaffungskosten von Holzrahmen liegen durchschnittlich 15 % über denen von PVC. Dennoch ist der Total Cost of Ownership entscheidend. Wartungs­freundliche Beschichtungen senken Pflegekosten auf 1 € pro m² Fensterfläche und Jahr. Verlängerte Lebensdauer und höherer Restwert gleichen die Mehrinvestition oft aus. Die Münchner Rückversicherungs­gesellschaft bezifferte in einem 2022 veröffentlichten Projektbericht die Kapitalwertdifferenz zwischen beiden Systemen nach 30 Jahren auf weniger als 2 %, wenn alle Faktoren einfließen. Für ESG-konforme Fonds fiel das Holzfenster sogar leicht günstiger aus, da es bessere Ratings ermöglichte.

Praxisnahe Tipps für anspruchsvolle Projekte

Planung und Ausschreibung

Definieren Sie frühzeitig die energetischen Zielgrößen. Ein klarer Uw-Wert, eine Lüftungsstrategie und der gewünschte Schallschutz erleichtern den Materialvergleich. Nutzen Sie BIM-Modelle, um die Anschlussdetails beider Fenstertypen zu simulieren und Wärmebrücken zu visualisieren. BETSA.de bindet ift-zertifizierte Fachingenieure ein, um Planungsfehler auszuschließen.

Montage und Bauleitung

Die beste Verglasung nutzt nichts, wenn der Bauanschluss leckt. Achten Sie auf ein RAL-gütegesichertes Montageband innen luftdicht, außen diffusionsoffen. Holzrahmen reagieren sensibel auf Restfeuchte im Baukörper. Deshalb sollten Estrich und Putzarbeiten vor Fenstereinbau abgeschlossen sein. Kunststofffenster vertragen höhere Baufeuchte, doch die Profile dehnen sich thermisch stärker aus. Eine ausreichend große Fuge mit elastischer Abdichtung vermeidet Schallbrücken.

Branchenspezifische Nutzenbeispiele

Bürogebäude und Unternehmenszentralen

Die Sanierung einer viergeschossigen Verwaltungszentrale in Freising zeigt den Effekt: Durch Holz-Alu-Verbundfenster mit Uw=0,80 W/(m²·K) sank der jährliche Fernwärmeverbrauch um 18 %. Das Unternehmen erreichte beim DGNB-Zertifikat die Gold-Stufe und konnte seine Mieteinnahmen um 1,20 €/m² erhöhen. Die Gesamtinvestition amortisierte sich in zehn Jahren.

Luxuswohnungen und Private Estates

In Grünwald ersetzten wir im Rahmen einer Komplettsanierung 70 m² Fensterfläche. Auftraggeber war ein Family Office. Die Wahl fiel auf handgefertigte Eichenfenster, dreifach verglast, mit verdeckt liegenden Beschlägen. Neben Energieeffizienz stand die Ästhetik im Fokus. Die Kombination aus Holzrahmen innen und wetterbeständigem Aluminiumdeck außen eliminierte Folgeanstriche und erhöhte die Wertanmutung des Objekts.

Gewerbe- und Einzelhandelsflächen

Ein Flagship-Store in der Münchner Innenstadt entschied sich für Kunststofffenster mit Stahlkern und hochtransparenter Beschichtung. Grund war der erhöhte Publikumsverkehr und der Bedarf an pflegeleichten Oberflächen. Das Energiemonitoring belegt eine Heizkostenreduktion von 12 %. Die jährliche Wartung besteht im Wesentlichen aus einer Sichtprüfung der Dichtungen.

Fazit

Holzfenster punkten mit hervorragender Ökobilanz, hoher Steifigkeit und einem natürlichen Raumklima. Kunststofffenster überzeugen durch geringe Anschaffungskosten, einfache Pflege und stabile U-Werte. Energetisch liegen beide Systeme bei richtiger Auslegung nahe beieinander. Die Entscheidung hängt daher von strategischen Zielen ab: ESG-Konformität, Designanspruch, Lifecycle-Costs und Brandschutz. Wer diese Parameter früh im Projekt verankert, minimiert Risiken und maximiert Förderchancen. BETSA.de begleitet Sie dabei mit integrierter Planung, gewerkeübergreifender Bauleitung und regionaler Marktkenntnis.

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