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Dreifachverglasung in Bayern: Energieeinsparungen und neue GEG-Vorgaben für nachhaltige Bauprojekte im Fokus

Dreifachverglasung in Bayern: Energieeinsparungen und neue GEG-Vorgaben für nachhaltige Bauprojekte im Fokus

Dreifachverglasung für Fenster: Energieeinsparung im Vergleich

Energiepreise, ESG-Vorgaben und eine angespannte CO₂-Bilanz zwingen Unternehmen dazu, jede Kilowattstunde zu prüfen. Fenster mit Dreifachverglasung gehören dabei zu den schnellsten Hebeln. Sie senken laufende Kosten, verbessern die Nachhaltigkeitsbewertung und steigern den Marktwert von Gewerbeimmobilien im Raum München. Der folgende Fachbeitrag zeigt, welche Einsparpotenziale realistisch sind, wie sich die Umrüstung in der Praxis rechnet und was Entscheider bei Planung und Bauleitung beachten müssen.

Warum das Thema jetzt wichtig ist

Seit Januar 2024 gilt das novellierte Gebäudeenergiegesetz (GEG). Für Neubauten und umfassende Sanierungen fordert es strengere Grenzwerte beim Primärenergiebedarf. Gleichzeitig liegen die Großhandels­preise für Erdgas und Strom noch immer deutlich über dem Niveau von 2020. Unternehmen spüren das in jeder Betriebskostenabrechnung.

Zugleich rücken Taxonomie-Kriterien und das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz in den Fokus von Investoren. Wer ineffiziente Gebäude hält, riskiert Abwertungen im Portfolio und steigende Finanzierungskosten. Kleine Maßnahmen reichen nicht mehr. Eine professionelle Fenstersanierung mit Dreifachverglasung liefert messbare Resultate und lässt sich in ESG-Berichten klar belegen.

Technische Grundlagen moderner Fenster

U-Wert und g-Wert verstehen

Der U-Wert beschreibt den Wärmeverlust pro Quadratmeter und Kelvin. Je kleiner der Wert, desto besser die Dämmwirkung. Ein aktuelles Energiesparfenster mit Dreifachverglasung erreicht heute Uw-Werte von 0,8 W/m²K oder niedriger. Zweifachverglasung liegt meist bei 1,2 W/m²K, Einfachverglasung sogar bei 5,0 W/m²K.

Der g-Wert gibt an, wie viel Sonnenenergie durch die Scheibe in den Raum gelangt. Ein Wert von 0,5 bedeutet, dass 50 Prozent der solaren Strahlung genutzt werden können. Das ist relevant für passive Gewinne im Winter, aber auch für sommerlichen Wärmeschutz.

Unterschied zwischen Einfach-, Doppel- und Dreifachverglasung

Bei der Einfachverglasung besteht das Element aus einer Scheibe ohne Luftschicht. Wärme entweicht fast ungehindert. Doppelverglasung integriert eine 12 bis 16 Millimeter breite Zwischen­schicht, gefüllt mit Luft oder Argon. Dreifachverglasung setzt auf zwei Zwischenräume und Spezial­gase wie Krypton. Low-E-Beschichtungen reduzieren den IR-Durchgang. Das Ergebnis: bis zu 60 Prozent weniger Wärmeverlust im Vergleich zu Zweifachverglasung und bis zu 90 Prozent im Vergleich zu alten Einfachfenstern.

Aktuelle Normen und Förderkulisse

Gebäudeenergiegesetz 2023 und Landesbauordnung Bayern

Das GEG schreibt für neue Fenster in Bestandsgebäuden einen Uw-Maximalwert von 1,3 W/m²K vor. Bayern orientiert sich daran, erlaubt aber kommunale Verschärfungen, zum Beispiel in München mit seinem Klimaschutzfahrplan 2035. Dreifachverglasung erfüllt diese Werte mühelos und verschafft Planern Reserven für andere Bauteile.

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Unternehmen können über die BEG Einzelmaßnahme Fenster einen Tilgungszuschuss von bis zu 15 Prozent erhalten. Voraussetzung: Der neue Uw liegt maximal bei 0,8 W/m²K. Ergänzt eine Baubegleitung gemäß DIN 18599, steigt der Zuschuss um weitere 5 Prozentpunkte. Förderkredite der KfW bieten zudem lange Laufzeiten und tilgungsfreie Anlaufjahre.

Wirtschaftlichkeit bei gewerblichen Sanierungen

Lebenszykluskosten und Return on Investment

Die Anschaffungskosten moderner Dreifachfenster liegen rund 15 bis 25 Prozent über denen von Zweifachsystemen. Entscheidend ist jedoch die Gesamtrechnung. Simulationsdaten des Fraunhofer-IBP zeigen, dass sich bei einem Uw von 0,8 W/m²K die Heizenergie um etwa 35 kWh/m²a reduziert. In einem 3.000 m² großen Bürogebäude entspricht das rund 105 MWh pro Jahr. Bei aktuellen Gaspreisen von 10 ct/kWh spart das Objekt etwa 10.500 Euro. Rechnet man Wartung und Inflation mit ein, amortisiert sich die Mehrinvestition je nach Bauvolumen in vier bis sieben Jahren.

CO₂-Bilanz und ESG-Reporting

Jede eingesparte Kilowattstunde Gas reduziert die CO₂-Emissionen um 0,201 kg. Das oben genannte Bürogebäude vermeidet somit rund 21 t CO₂ jährlich. Diese Zahl fließt direkt in Scope-1-Berichte und verbessert den Corporate-Sustainability-Rating-Score. Gerade internationale Investoren honorieren solche Effekte mit besseren Finanzierungskonditionen.

Umsetzungsschritte bei komplexen Bestandsobjekten

Bestandsanalyse und Planung

Eine thermografische Untersuchung deckt Wärmebrücken an Leibungen, Stürzen und Anschlüssen auf. Bauphysiker definieren daraus einen Sanierungsfahrplan. Dabei klären sie, ob eine reine Fenstersanierung genügt oder ob flankierende Dämmmaßnahmen an Fassade und Dach nötig sind. Diese Vorarbeit ist förderfähig und minimiert spätere Nachbesserungen.

Ausschreibung und Qualitätssicherung

Bei Projekten im sechs- bis siebenstelligen Segment empfiehlt sich eine funktionale Ausschreibung. Sie definiert Zielwerte für Uw, g-Wert und Schallschutz statt konkreter Produkte. So bleiben Anbieter flexibel, während die Bauherrschaft volle Kontrolle über die Leistung behält. Ein neutraler Sachverständiger prüft Musterfenster auf Einhaltung der Wärmeschutzklasse gemäß DIN EN 14351-1.

Bauleitung und Zeitmanagement

Gerade in laufend genutzten Bürogebäuden muss der Austausch staubarm und etagenweise erfolgen. Moderne Saugroboter für Glasscheiben beschleunigen den Einbau und verkürzen die Sperrzeit pro Raum auf wenige Stunden. Digitale Bautagebücher dokumentieren jeden Schritt und dienen als Nachweis für Förderstellen. BETSA arbeitet hier mit cloudbasierten Tools, die auch Facility-Manager in Echtzeit einsehen können.

Praxisbeispiele aus dem Großraum München

Bürocampus in Unterföhring

Ein Medienunternehmen ersetzte 820 m² alte Isolierglasfenster durch Dreifachsysteme mit Holz-Alu-Rahmen. Ergebnis: 38 Prozent weniger Heizenergie und ein LEED Gold Zertifikat. Die Bauzeit betrug zwölf Wochen bei laufendem Sendebetrieb.

Luxus-Penthouse am Englischen Garten

Der Eigentümer entschied sich für rahmenlose Panoramafenster mit Uw 0,7 W/m²K und integriertem Sonnenschutzglas. Die Anlage verbindet maximale Transparenz mit exzellentem Wärmeschutz. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung rundet das Konzept ab.

Einzelhandelsfläche in der Innenstadt

Ein internationales Modelabel suchte eine Lösung für seine Schaufensterfront. Verbundsicherheitsglas mit Dreifachaufbau verbessert nun nicht nur die Energiekennwerte, sondern erhöht auch den Einbruchschutz nach Widerstandsklasse RC 3. Die Klimatisierungskosten sanken im ersten Jahr um 18 Prozent.

Fazit

Dreifachverglasung liefert spürbare Energieeinsparung, sichert die Einhaltung des GEG und stärkt ESG-Kennzahlen. Für Gewerbeimmobilien und hochwertige Wohnobjekte im Großraum München ergibt sich so ein klarer wirtschaftlicher Vorteil. Entscheider profitieren von niedrigeren Betriebskosten, höherer Planungssicherheit und einer nachhaltigen Wertsteigerung.

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